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Museen Schloss Aschach: Sonderausstellung "Zum Schulanfang"
Termin: 09.07.2012
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Gezeigt wird die Sammlung des Hamburger Lehrers Hans-Günter Löwe, der seit über dreißig Jahren alles rund um diesen Brauch zusammenträgt.
Ort: Museumsscheune
Die Sonderausstellung „Zum Schulanfang“ ist ganz dem ersten Schultag verschrieben. Zugrunde liegt die Sammlung des Hamburger Lehrers Hans-Günter Löwe, der seit über dreißig Jahren alles rund um diesen Brauch zusammenträgt. Verschiedene Exponate aus den schulgeschichtlichen Beständen des Aschacher Schulmuseums runden die Ausstellung ab.
Da dürfen vor allem die Schultüten nicht fehlen. Der erste Beleg hierfür stammt aus dem Jahr 1801: In Thüringen bekamen einzelne Kinder kleine Papiertüten mit Süßigkeiten. Diese wurden vom Lehrer überreicht. In manchen Gegenden „pflückten“ die Kinder ihre „Zuckedüten“ von einem Baum im Schulgarten. Der Brauch, gefüllte Papiertüten zur Einschulung zu schenken, verbreitete sich von Thüringen und Sachsen nach Schlesien und Böhmen. Außerhalb dieser Gebiete waren Schultüten vor 1910 nur vereinzelt anzutreffen. Je nach Gegend erhielten die Kinder andere Geschenke zum ersten Schultag, vor allem Gebäck: große Brezeln oder Buchstaben zum Aufessen. Aber auch Teller und Tassen, die noch lange danach an den wichtigen Tag erinnerten, wurden den Kindern überreicht. Gerade in den ärmeren, ländlichen Gebieten gab es zur Einschulung aber nichts von alledem; es war Geschenk genug, in die Schule gehen zu dürfen.
Die Ausstellung zeichnet den Brauch der Schultüten nach: Sie beginnt bei der ersten erhaltenen „Butte“ aus Pappe, die um 1880 entstand. Nur Kinder reicher Familien konnten sich so eine Kostbarkeit leisten. Der „Butte“ folgen viele weitere, historische Schultüten, aber auch moderne Exemplare mit Disney-Figuren sind zu sehen. Auch die Objekte zur Herstellung einer Schultüte – der Entwurf und die Holzkegel zum Formen – dürfen nicht fehlen.
Einen eigenen Bereich bildet das Thema „Ostern war Schulanfang“. In manchen Gegenden Deutschlands wurden die Kinder bis in die 1960iger Jahre im Frühling eingeschult: zahlreiche Objekte mit Osterhasen, die eine Schultüte tragen, belegen dies.
Zur Sammlung Hans-Günter Löwes gehören auch viele tausend Stundenpläne. Die frühen selbstgezeichneten Tabellen wurden seit Anfang des 20. Jahrhunderts meist von gedruckten und ansprechend gestalteten Stundenplänen abgelöst – Werbegeschenke von Firmen, Institutionen und staatlichen Stellen. Die hier gezeigte Auswahl aus über hundert Jahren vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt der Entwürfe und deren zeitgeschichtlicher Gebundenheit.
Als besondere Attraktion der Ausstellung wird ein Fotoatelier eingerichtet. Hier können sich die kleinen und großen Besucher als Schulanfänger fotografieren lassen: Mit Matrosenanzug und Schulschürze schlüpfen sie in die Rolle der Erstklässler um 1900. Das Jahresprogramm der Museen Schloss Aschach erhalten Sie hier .
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