Bezirk fördert Unterfrankens Kultur mit mehr als sieben Millionen Euro (19. Januar 2012)


Kulturausschuss erörtert Haushalt der Kulturstiftung - Keine höheren Ansätze als 2011


Würzburg. (mm) Trotz der angespannten Lage auf dem Kapitalmarkt stehen der Unterfränkischen Kulturstiftung in diesem Jahr voraussichtlich rund sieben Millionen Euro zur Verfügung. Dies seien lediglich 225.000 Euro weniger als im Vorjahr, sagte der Kämmerer des Bezirks, Rainer Klingert, am gestrigen Donnerstag (19. Januar) bei den Haushaltsvorberatungen im Kulturausschuss des Bezirkstags von Unterfranken. Aus sonstigen Einnahmen kämen noch weitere 84.000 Euro hinzu, so dass der Stiftungsetat mit 7,084 Millionen Euro rechne. Quer über alle Fraktionen hinweg beschloss der Kulturausschuss einstimmig, dem Bezirkstag von Unterfranken die Verabschiedung des Kultur-Haushalts in der vorliegenden Fassung zu empfehlen.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel unterstrich in diesem Zusammenhang, dass der Bezirk größten Wert auf die Sicherheit der gewählten Anlagenformen lege. Deshalb habe man im zurückliegenden Jahr etliche Umschichtungen in festverzinsliche Papiere vorgenommen. CSU-Fraktions-Chef Dr. Peter Motsch sagte, der Stiftungshaushalt sei so angespannt wie noch nie. „Wir sind am unteren Ende unserer Möglichkeiten angekommen!“

Die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Tamara Bischof, zeigte sich wenig optimistisch, dass in absehbarer Zeit wieder die früheren Erträge der Kulturstiftung erreicht werden könnten. „Hoffen wir, dass es bei den sieben Millionen bleibt. Damit müssen wir arbeiten“, sagte sie. Kathi Petersen (SPD) gab zu bedenken: „Wir jammern auf hohem Niveau!“

Wie Rainer Klingert ausführte, sehe der vorliegende Kulturhaushalt grundsätzlich keine höheren Ansätze vor als im Jahr 2011. Von wenigen Ausnahmen abgesehen habe man prinzipiell keine erstmals gestellten Anträge bewilligt. Die projektgebundene Förderung der zeitgenössischen Kunst habe man für ein weiteres Jahr ausgesetzt, und den denkmalpflegerischen Mehraufwand für Schloss Werneck ins Jahr 2013 verschoben. Außerdem finanziere man die Werterhaltungsrücklage nicht aus Vermögenserträgen, sondern durch Erlöse aus dem Verkauf von Erbbaugrundstücken, erklärte der Kämmerer des Bezirks.

Ein Großteil der Fördermittel geht 2012 in den Bereich Museen. So trägt die Unterfränkische Kulturstiftung vierzig Prozent der nicht anderweitig gedeckten Betriebskosten des Mainfränkischen Museums Würzburg und 66 Prozent der nicht gedeckten Kosten des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen. In die Museen Schloss Aschach werden voraussichtlich mehr als eine halbe Million Euro investiert. Mit 50.000 Euro will der Bezirk Unterfranken das Museum Obere Saline in Bad Kissingen beim Ausbau des „Museum der Kindheit“ und der Ausstellung „Das Weltbad“ unterstützen. Außerdem wird der Bezirk Unterfranken aus der Kulturstiftung 75 Prozent des ungedeckten, laufenden Aufwands der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen übernehmen, und mit rund eineinhalb Millionen Euro fördert der Bezirk die so genannte kleine Denkmalpflege.

 

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