Bezirk Unterfranken wendet in unterschiedlichen Versorgungsangeboten rund 6,2 Millionen Euro auf
Würzburg. (Eig.Ber.) Nach wie vor nimmt die Zahl der Erstkonsumenten harter Drogen zu. Bundesweit stieg deren Zahl im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent. Die Zahl der Drogentoten ist in den vergangenen Jahren zwar gesunken, aber immer noch wurden 986 Menschen 2011 Opfer ihrer Rauschgiftsucht. Dies geht aus der Drogenstatistik der Bundesregierung hervor. Auch die Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten ist ein ernstes gesellschaftliches Problem.
Mit einem Gesamtkonzept zur Versorgung suchtkranker Menschen stellt sich der Bezirk Unterfranken dieser Herausforderung. Insgesamt hat der Bezirk im vergangenen Jahr für die Eingliederungshilfe für suchtkranke Menschen in den unterschiedlichen Versorgungsangeboten rund 6,2 Millionen Euro aufgewendet. Im Einzelnen geht es dabei um dreierlei Stufen der Unterstützung.
Zunächst um die Psychosozialen Suchtberatungsstellen (PSB), die ein niederschwelliges Beratungsangebot für die Betroffenen darstellen. Der Zugang zu den Psychosozialen Suchtberatungsstellen ist an keine Voraussetzungen gebunden und für die Betroffenen kostenfrei. In Unterfranken gibt es in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt eine Beratungsstelle, in Würzburg sogar drei. Im Jahr 2011 hat der Bezirk diese Beratungsstellen mit rund zwei Millionen Euro gefördert.
Denjenigen, die eine intensivere Unterstützung brauchen, kann das Ambulant Betreute Wohnen (ABW) weiter helfen. Fachkräfte suchen die Klienten in ihrer eigenen Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft (WG) auf, unterstützen sie bei der Bewältigung des Alltags, der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und der Erhaltung der Abstinenz. Je nach persönlicher Situation und/oder wirtschaftlichen Verhältnissen übernimmt der Bezirk auf Antrag ganz oder teilweise die Kosten für die Betreuung. 2011 gab es in Unterfranken etwa 80 Plätze des Ambulant Betreuten Wohnens für Menschen mit Suchterkrankung, wofür der Bezirk rund 600.000 Euro aufgewendet hat. Parallel dazu können Angebote für Tagesstrukturen genutzt werden. Dafür gab der Bezirk rund 266.000 Euro aus.
Suchtkranke, denen eine ambulante Betreuung nicht oder nicht mehr ausreicht, können eine stationäre Versorgung in Anspruch nehmen. Dafür gibt es in Unterfranken so genannte „soziotherapeutische“ Einrichtungen. Derzeit stehen im Bezirk insgesamt 164 Plätze der stationären Versorgung zur Verfügung. 2011 hat der Bezirk Unterfranken dafür 3,3 Millionen Euro aufgewendet.
Das Gesamtkonzept zur Versorgung suchtkranker Menschen steht auf mehreren Säulen. Neben der Eingliederungshilfe für suchtkranke Menschen ist natürlich die medizinische Versorgung entscheidend, also die Entgiftung, der Entzug, die Entwöhnung, die Substitution und die medizinische Rehabilitation, die von den Krankenkassen finanziert werden. Für die berufliche Rehabilitation und die finanzielle Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit sind die Rentenversicherungsträger zuständig.