Deutsch-französisches Geburtstags-Konzert (1. April 2017)

 

300 Gäste machten das Partnerschafts-Jubiläum zu einem gelungenen Fest

 

FranzKonzert2017

Begeisterten die Zuhörer aus Unterfranken und dem Calvados: Das Duo „Days of Wine and Roses“ mit Sängerin Victoria Semel und dem Gitarristen Benedikt Schlereth sowie das Duo „Daisy“ mit Daisy Berthenet und Léo Chatelier. Foto: Louise Guillon.

 

Veitshöchheim. (mm) Die schönsten Geschenke kann man nicht einpacken. Das sagten sich die Verantwortlichen aus dem französischen Département Calvados und dem Bezirk Unterfranken – und schenkten sich zum dreißigsten Jubiläum ihrer Partnerschaft ein Konzert. Vier junge Musiker – ein Duo aus Unterfranken und ein anderes Duo aus der Normandie – bewiesen mit ihrer Kunst, wie Europa heute sei, sagte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel bei der Begrüßung der rund 300 Zuhörer, die am Samstagabend (1. April) in die Mainfrankensäle nach Veitshöchheim gekommen waren: „Vielsprachig, bunt und kreativ!“

Die Sängerin Victoria Semel und der Gitarrist Benedikt Schlereth, die sich nach einem alten Song aus den 1960er Jahren „Days of Wine and Roses“ nennen, waren bereits mehrmals in Frankreich aufgetreten, und das andere Duo, das Daisy Berthenet und Léo Chatelier 2012 im französischen Caen gegründet haben, nennt sich wie ihre Leadsängerin: „Daisy“. Dem Kleeblatt fiel es nicht schwer, die Festgäste, bestehend  aus Politikern und Vertretern der zahlreichen unterfränkischen Kommunalpartnerschaften mit Frankreich, in Stimmung zu bringen. Das mache auf beeindruckende Weise deutlich, dass es zu den wunderbaren Eigenschaften von Musik gehöre, mühelos Grenzen zu überwinden und Menschen zu verbinden, sagte Dotzel. „Es ist entscheidend, die junge Generation für Europa zu begeistern.“ Schließlich seien es die jungen Leute, die eines Tages dieses Europa formen und prägen würden.

Dotzels Pendant aus dem Calvados, der Präsident des Département-Rats, Jean-Léonce Dupont, bezeichnete die deutsch-französischen  Beziehungen als „den Zement Europas“. Der Austausch zwischen beiden Ländern müsse fortgeführt werden, „um ein offenes Europa zu bauen, das stark genug ist, den Herausforderungen in der Welt Stand zu halten“. In einem kurzen Interview auf der Bühne der Mainfrankensäle betonte Dupont die menschliche Seite der Partnerschaft zwischen Unterfranken und dem Calvados: „Hinter jeder Partnerschaft stecken Gesichter, Geschichten, also das Leben und die Menschlichkeit.“ Bei allen geplanten oder bereits durchgeführten Aktionen sei die Jugend der rote Faden. Den Anwesenden dankte er dafür, „dass sie die Partnerschaft seit so vielen Jahren in ihrem Alltag leben lassen“.

Dotzel erinnerte in diesem Zusammenhang an den Besuch einer unterfränkischen Delegation im Calvados im Vorjahr. Dabei habe ihn besonders bewegt, „als ich im Mémorial de Falaise einen verschmorten Bocksbeutel aus Kitzingen als Symbol für die Kriegsgräuel an der deutschen Bevölkerung in diesem französischen Museum übergeben durfte“. Dieses Erlebnis werde er nie mehr vergessen. Das „Mémorial de Falaise“, das den zivilen Opfern des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist, gedenke mit diesem Exponat aus dem kriegszerstörten Kitzingen auch der deutschen Opfer. Dies habe ihn mit großer Dankbarkeit erfüllt, denn „dies zeigte mir, dass aus der Versöhnung nach den grausamen Kriegen eine echte und tiefe Freundschaft im Frieden geworden ist“. Zugleich wünsche er sich „von Herzen, dass diese Partnerschaft unbeirrt und unermüdlich vorangetrieben wird“, sagte der Bezirkstagspräsident.

Die Glückwünsche des französischen Konsuls überbrachte Attaché Fabrice Gonet aus München. Da sein eigener Lebenslauf „am Scheideweg zwischen Deutschland und Frankreich“ verlaufe, sei er jedes Mal sehr gerührt über „die Freundschaften, die unsere beiden Länder verbinden“. Die Partnerschaft zwischen dem Département Calvados und dem Bezirk Unterfranken sei in vielerlei Hinsicht ein Beispiel dafür. Insbesondere betonte Gonet die Rolle der Jugend, die im Mittelpunkt dieser Partnerschaft stehe. „Dies ist eine Garantie für die Lebendigkeit der Partnerschaft und gleichzeitig ein schöner Hoffnungsträger für die Zukunft.“

Seine Glückwünsche verband der Diplomat mit der Überzeugung, dass „aufgrund dessen, was ich von dieser Partnerschaft weiß und was ich heute sehe, noch viele schöne Tage vor ihr liegen.“

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