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„Denkmalschutz bewahrt kulturelle Vielfalt“ (18. Oktober 2016)


Bezirk Unterfranken verleiht Förderpreise zur Erhaltung historischer Bausubstanz


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Ein Grund zum Feiern: Die Preisträger des „Förderpreis der Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz“ präsentieren gemeinsam mit Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel ihre Auszeichnungen. (Foto: Mauritz)
 

Köslau. (mm) Den mit insgesamt 150.000 Euro dotierten „Förderpreis der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz“ hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel am Dienstag (18. Oktober) in Köslau (Landkreis Hassberge) an die Eigentümer der in diesem Jahr ausgezeichneten Gebäude übergeben.

Den Preis teilen sich demnach Silvia und Thomas Schuhmann für die Sanierung des ehemaligen Brauhauses Köslau, einem Ortsteil von Königsberg (Landkreis Hassberge), die Marktgemeinde Kleinwallstadt für die Renovierung des Gasthauses „Zum Hasen“ in Kleinwallstadt (Landkreis Miltenberg), Martin Reußenzehn für die Erneuerung eines Bauernhauses in Hendungen (Landkreis Rhön-Grabfeld), die Dorfgemeinschaft Egenhausen für die Erhaltung des ehemaligen katholischen Pfarrhauses in Egenhausen, einem Ortsteil von Werneck (Landkreis Schweinfurt), die Steinberg Projektgesellschaft für die Sanierung des Verwaltungsbaus der Firma Linde in Aschaffenburg (Stadt Aschaffenburg) und schließlich Norbert und Christl Bötsch für die Sanierung eines Magazin- und Wohnhauses in Würzburg (Stadt Würzburg).

Dotzel, der auch stellvertretendes Mitglied im Landesdenkmalrat ist, sagte in seiner Laudatio: „Heimat muss nicht unbedingt ein bestimmter Ort sein. Und schon gar nicht der Ort, an dem man geboren wurde. Heimat ist zuallererst ein Gefühl. Das Gefühl, seine Wurzeln zu spüren.“ Historische Bauwerke seien ein Kristallisationspunkt für dieses Gefühl von Heimat. Mit dem Förderpreis des Bezirk Unterfranken würden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die mit viel Liebe den unverwechselbaren Charakter historischer Bausubstanz erhalten hätten, lobte Dotzel. Diese Bauwerke seien „ein wesentlicher Teil unseres kulturellen Erbes“.

Denkmalschutz und Denkmalpflege leisteten einen grundlegenden Beitrag zur Bewahrung der kulturellen Vielfalt einer Region, so Dotzel weiter. Denkmalpflege schaffe Heimat und gebe Antworten auf den Wunsch nach Lebensqualität und einem unverwechselbaren Lebensraum. Das kulturelle Erbe sei ein grundlegendes, Identität stiftendes Element jeder Gesellschaft. „Die historische Bausubstanz, die Sie mit Ihrem Engagement bewahrt haben, ist ein weithin sichtbares Zeichen dafür“, sagte Dotzel an die Adresse der Preisträger.

Stellvertretender Landrat Oskar Ebert (Rauhenebrach) wies in seinem Grußwort auf die zahlreichen historischen Gebäude in den Hassbergen hin. Rund 2.500 Einzeldenkmäler gebe es in seinem Landkreis. Bürgermeister Claus Bittenbrünn (Königsberg) sagte, historische Gebäude ließen die Vergangenheit wieder lebendig werden. „Hier wird Geschichte greifbar!“

Bier prägt Landschaften – das machte Dr. Thomas Gunzelmann, Hauptkonservator am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, bei seinem Festvortrag über das „historische Brauwesen in den Hassbergen und seine baulichen Zeugen“ deutlich. Insbesondere während des 16. Jahrhunderts lief wegen der damaligen Klimaverschlechterung das Bier dem Wein als Volksgetränk den Rang ab. Im Zusammenhang damit stieg die Zahl der Braustätten – und damit auch die dafür nötigen Baulichkeiten wie Brauhäuser oder Bierkeller. Besonders im 19. Jahrhundert seien zahlreiche Bauwerke entstanden, die den Stolz der Brauer demonstrierten.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von dem Gitarristen Wolfgang Bodenschatz. Zu seinem Repertoire zählte auch das unverwüstliche Lied „Blowing in the wind“ aus der Feder von Nobelpreis-Träger Bob Dylan. Ob er mit dem Refrain, wonach nur der Wind die Antwort wisse, die Zukunft historischer Gebäude meinte, ließ der Musiker indes offen.

 

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