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Digitalisiert in die inklusive Gesellschaft? (27. Oktober 2016)


Bezirk Unterfranken auf der Nürnberger ConSozial – „Selbstbestimmt 4.0“


ConSozial2016

Ganz entspannt präsentierten sich die Akteure zum Ende des Fachforums auf der ConSozial-Bühne. (Foto: Mauritz)
 

Nürnberg. (mm) Fördert die moderne Technik mit ihren Raffinessen den Weg in eine inklusive Gesellschaft, oder ist es vielmehr so, dass die Digitalisierung immer mehr Menschen überfordert? Dieser Frage ist der Bezirk Unterfranken am Mittwoch (26. Oktober) im Rahmen eines so genannten Fachforums auf der ConSozial in Nürnberg nachgegangen. Eine Botschaft sei in jedem Fall eindeutig, sagte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel in seinem Einführungsvortrag: „Miteinander geht es besser, und gemeinsam macht alles im Leben mehr Spaß.“

Der Bezirk Unterfranken habe die Verwirklichung des Inklusionsgedankens daher schon vor geraumer Zeit zu einem seiner herausragenden Ziele gemacht. Das Nürnberger Podium solle nun Menschen mit und ohne Behinderung die Chance geben, über ihre Erfahrungen im Umgang mit Technik, Elektronik und Digitalisierung zu berichten. „Alle reden über die Inklusion, wir wollen heute mit den von der Inklusion Betroffenen reden“, so der Bezirkstagspräsident.

Im Einzelnen ging es um die Bereiche Arbeit, Freizeit und Privatleben. Moderiert wurde die neunzigminütige Veranstaltung von Anne-Katrin Jentsch, der Koordinatorin für Sozialplanung und Inklusion beim Bezirk Unterfranken. Für einen fetzigen Musik-Rahmen, der so manchen Messebesucher anlockte und die rund 150 Sitzplätze schnell knapp werden ließ, sorgte die Inklusionsband „Mosaik“ unter Leitung der unterfränkischen Rock-Röhre Steffi List.

Die acht Musiker, von Moderatorin Anne-Katrin Jentsch befragt, waren sich einig, dass der Einsatz von Technik höchst vorteilhaft für sie sei, „weil man uns dann besser hören kann“. Leadsänger Christian Schmitt ließ sich trotzdem nicht lange bitten und bewies mit seiner stimmgewaltigen Interpretation des den alten Rock-Songs „Über sieben Brücken musst Du gehen“, dass es auch ganz gut a cappella und zur Not sogar ohne Verstärker geht. Worauf die jungen Künstler allerdings keinesfalls verzichten wollten, ist ihr elektronischer Team-Planer, auf den jeder mit seinem Smartphone oder seinem PC zu Hause zugreifen kann.

Technischer Leiter der Band und zugleich der Mainfränkischen Werkstätten, Peter Estenfelder, den Anne-Katrin Jentsch als nächsten auf die Messebühne holte, war sich bei der Frage nach dem technischen Equipment sicher: „Wir müssen mit der Zeit gehen und unsere Mitarbeiter fit machen für den Arbeitsmarkt.“ In den Werkstätten kämen daher auch hochmoderne Maschinen zum Einsatz – insbesondere bei der Metallbearbeitung. „Wir verfügen sogar über CNC-Fräser, die von Menschen mit Behinderung bedient werden“, erzählte er.

„Werkstatt kann überall sein!“, betonten Madeleine Leube und Heike Bieber vom Projekt „Inklusiv! Gemeinsam arbeiten“. Die vor rund einem Jahr ins Leben gerufene Initiative ist Teil der Mainfränkische Werkstätten und verfolgt das Ziel, erwachsene Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu begleiten und zu unterstützen. Einer, der auf diesem Weg zu seinem Traumberuf gefunden hat, ist Leonard Zenke. Er wurde dem Auditorium quasi digital zugeschaltet in Form eines Fernsehfilms, den der Bayerische Rundfunk unlängst ausgestrahlt hatte. Es sei ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden, sagte der junge Mann von der Leinwand herab, der in der Medienbearbeitung der Würzburger Universitäts-Bibliothek tätig ist. Zu seinen Aufgaben zählt etwa die elektronische Tauschbörse für Bibliotheken.

Viel Optimismus entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer kleinen Talkrunde unter der großen Überschrift: „Herzenssache Würzburg“. Ein „inklusives Team“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zusammenzubringen, die einen Partner oder eine Partnerin zum Kuscheln suchen, oder die einfach nur ein paar nette Freunde finden möchten. Was hier dem Einsatz digitalisierter Medien Grenzen setzt, ist weniger die damit verbundene technische Herausforderung als mehr der ganz profane Datenschutz. „Und außerdem ersetzen Soziale Medien kein persönliches Gespräch“, sagte Team-Mitglied Evi Gerhard. Schon gar nicht, wenn es um Herzenssachen geht!

 

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