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Gräflicher Besuch in Schloss Aschach (1. Juni 2017)

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel traf sich zum Gedankenaustausch mit Nachfahren der einstigen Schloss-Besitzer

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Harro Graf von Luxburg am Schreibtisch seines Urgroßvaters, Friedrich Graf von Luxburg. Hinter ihm Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Joachim Graf von Luxburg. (Foto: Mauritz)

 

Aschach / Würzburg. (mm) Ein bisschen „nach dem Rechten schauten“ am gestrigen Donnerstag (1. Juni) in Schloss Aschach die beiden Brüder Harro und Joachim Graf von Luxburg. Immerhin hatte deren Urgroßvater, Regierungspräsident Friedrich Graf von Luxburg, den Prachtbau 1873 für 75.000 Goldmark gekauft. Und bei Karl Graf von Luxburg, dem letzten Eigentümer, der das Schloss samt Inventar 1955 dem Bezirk Unterfranken zum Geschenk machte, handelte es sich um den Großonkel der beiden. Was seither aus dem Herrschaftssitz geworden ist, kann sich offensichtlich sehen lassen. Er sei „sehr beeindruckt von dem großen Aufwand“, mit dem sich der Bezirk der Anlage widme, sagte Harro Graf von Luxburg. Dem stimmte Joachim von Luxburg zu: „Ich bin sehr angenehm berührt von der neuen Konzeption.“

Freilich kommen die beiden Grafen seit Jahren regelmäßig zu Besuch, wie sie im Gespräch mit Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel erklärten. „Es liegt uns sehr am Herzen, dass das Erbe unserer Vorfahren erhalten bleibt“, sagte Harro von Luxburg, der 1976 in München eine Rechtsanwaltskanzlei gründete. „Wir sind froh, dass der Bezirk die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stellt“, ergänzte Joachim von Luxburg, der heute in Stuttgart lebt.

Beide haben noch recht lebendige Kindheitserinnerungen an Schloss Aschach. Der damals 13-jährige Harro von Luxburg besuchte 1954 zum letzten Mal den Großonkel, der ihm als „sehr vornehm“ im Gedächtnis blieb. Und als „eindrucksvolle Persönlichkeit, für damalige Verhältnisse modern und weltgewandt“. Der gesamten Familie Luxburg sei es wichtig gewesen, dass Schloss und Inventar als Gesamtensemble erhalten blieben, ergänzte Joachim von Luxburg. Und auch ihrem Urgroßvater hätte es gefallen, „wenn die Menschen von weit und breit kommen und alles sehen können“, zeigten sich beide Brüder überzeugt.

Wie Dotzel erläuterte, wolle der Bezirk in den kommenden Jahren das historische Gebäude samt seinen Museen „fit für die Zukunft als attraktives Ausflugsziel machen“. Zu den Kernstücken dieses architektonischen „Updates“ gehöre die barrierefreie Erschließung des Schlosses, die durch den Einbau zweier Aufzüge demnächst verwirklicht werde. Moderner solle das Museum auch durch eine so genannte szenische Gestaltung werden, erläuterte der Bezirkstagspräsident die Pläne. Wie schon bisher werde zum einen das adelige Leben im 19. Jahrhundert gezeigt. Zum anderen sollten die von der Familie Luxburg gesammelten Kunstschätze stärker ins Gesichtsfeld der Besucher rücken. Schließlich befinden sich in den gräflichen Sammlungen Werke von Lucas Cranach oder Leo von Klenze – und zudem feinstes Porzellan aus China, kostbare Teppiche, Möbel aus dem Barock, Schreibtische aus dem Rokoko, erlesene Tapeten sowie wertvolles Geschirr, Silber, Zinn und so weiter und so fort! Zudem werde künftig der ehemalige Küchenbereich in die Ausstellung der historischen Räume miteinbezogen, denn die heutigen Besucher interessierten sich nicht nur für die Herrschaften, die in Schlössern lebten, sondern auch für das Personal, das dort arbeitete, sagte Dotzel.

Die um das Jahr 1200 durch die Grafen von Henneberg gegründete und im Lauf ihrer Geschichte mehrmals zerstörte Burganlage befindet sich seit 1955 im Eigentum des Bezirk Unterfranken. Zuvor hatten es die Würzburger Fürstbischöfe bis 1802 als Amt- und Jagdschloss genutzt. Nach der Säkularisation hatte das Schloss verschiedene Eigentümer, bis es 1873 von Dr. Friedrich Graf von Luxburg für 75.000 Goldmark gekauft wurde. Graf Luxburg, legendärer Regierungspräsident von Unterfranken und Aschaffenburg, baute das Schloss nach seinen Vorstellungen um und stattete es mit wertvollen Möbeln aus und mit den kostbaren Kunstschätzen, die er zeit Lebens sammelte. Nach seinem Tod 1928 wurde Karl von Luxburg, einer der Söhne Friedrichs, Schlossherr. Der Jurist und kaiserliche Diplomat hatte einen großen Teil seines Lebens im Ausland zugebracht. Er schenkte das Schloss schließlich kurz vor seinem Tod dem Bezirk unter der Maßgabe, es zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – ganz im Sinne der Familie, wie Harro und Joachim Graf von Luxburg betonten.

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