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Meilenstein für die medizinische Versorgung Unterfrankens (2. August 2017)

Zentrum für seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus feierlich eingeweiht

 

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Vor der Grundsteinlegung füllen Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Gesundheitsministerin Melanie Huml die so genannte „Zeitkapsel“ mit aktuellen Gegenwartszeugnissen wie zum Beispiel einer Tageszeitung und anderen symbolträchtigen Gegenständen. Foto: Mauritz

 

Würzburg. (mm) Als einen Meilenstein für die medizinische Versorgung Unterfrankens hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel das Zentrum für Seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus bezeichnet, das am Mittwoch (2. August) feierlich eingeweiht wurde. Mit dieser Klinik bekomme Unterfranken ein neues Krankenhaus mit sechzig vollstationären Betten und 24 teilstationären Plätzen. „Ich bin mir sicher, dass damit die unterfränkische Krankenhauslandschaft nachhaltig gestärkt wird – zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagte Dotzel.

Ein wichtiger Aspekt, der bei den Planungen von Anfang an eine entscheidende Rolle gespielt habe, sei der gemeinsame Eingang mit dem König-Ludwig-Haus. „Dank der optischen und organisatorischen Verzahnung der beiden Kliniken wird der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen entgegengewirkt“, betonte der Bezirkstagspräsident. In der noch folgenden zweiten Bauphase werde für diesen gemeinsamen Eingang eine repräsentative Eingangshalle entstehen. Von dieser Anbindung des Zentrums für seelische Gesundheit profitiere aber auch die orthopädische Klinik, so Dotzel weiter: So befinde sich im neuen Trakt ein hochmoderner MRT, ein Kernspintomograph, der von der Uni Würzburg betrieben werde und sowohl im Orthopädie-Bereich als auch in der Psychiatrie absolute Top-Medizin ermögliche.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte anlässlich der Einweihung des Zentrums für Seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus: „Das neue Therapieangebot ist ein wichtiger Baustein für die stationäre psychiatrische Versorgung im Raum Würzburg.“ Ziel ihrer Gesundheitspolitik sei es, wohnortnahe Therapieangebote zu schaffen. So könnten Patientinnen und Patienten eine Therapie annehmen und trotzdem im vertrauten Umfeld bleiben. Dies senke für viele Betroffene die Hürde, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Denn je früher die Betroffenen Hilfe in Anspruch nehmen, desto kürzer ist ihr Leidensweg.“

Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake erinnerte in ihrem Grußwort an den herausragenden Ruf Würzburgs als Medizin-Standort. Gesundheitsversorgung sei von entscheidender Bedeutung, betonte Schäfer-Blake, die auch Mitglied im Bezirkstag von Unterfranken ist, und berief sich dabei auf Arthur Schopenhauer: Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Schäfer-Blake verwies darüber hinaus auf die Bedeutung der Klinik für den Wirtschaftsstandort. Kurzfristig wirke die Errichtung des Gebäudes „wie ein Konjunkturprogramm“, und langfristig sichere das Krankenhaus anspruchsvolle Arbeitsplätze.

Prof. Dr. Hans-Peter Volz, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Schloss Werneck, der sich mit seinem Kollegen Prof. Dr. Dominikus Bönsch vom Bezirkskrankenhaus Lohr am Main im jährlich wechselnden Turnus die Leitung der neuen psychiatrischen Klinik teilen wird, unterstrich die Wichtigkeit der Einrichtung. Das Risiko, einmal im Jahr von einer psychischen Störung betroffen zu sein, bezifferte Volz auf 25 Prozent. Wie er weiter erläuterte, biete das Zentrum für Seelische Gesundheit insgesamt 85 hoch qualifizierte Arbeitsplätze – darunter zwanzig Ärzte, sieben Therapeuten und sechs Psychologen. Bönsch ergänzte, das Zentrum schließe eine wichtige Lücke, „um Menschen in ihrer Krankheit aufzufangen und sie rasch wieder in ihr altes Umfeld zu entlassen und auf diesem Weg zu begleiten.“

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Das Zentrum für Seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus besteht aus zwei rechteckigen Baukörpern. Im ersten und im zweiten Obergeschoss sind eine Normal-, eine Krisen- und eine geschlossene Station mit jeweils zwanzig Betten in Ein- und Zweibettzimmern sowie die Tagesklinik mit 24 Plätzen untergebracht. Alle Patientenzimmer blicken nach Süden oder nach Westen. Insgesamt betrugen die Kosten für den Neubau 26,6 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern unterstützte den Bau mit Zuschüssen in Höhe von 15,4 Millionen Euro, 11,2 Millionen Euro brachte der Bezirk an Eigenmittel auf. Mit der geplanten Anbindung an das Bestandsgebäude, die noch anstehenden Umbaumaßnahmen sowie die Gestaltung der Eingangshalle kommen noch einmal Gesamtkosten in Höhe von 7,2 Millionen Euro auf den Bezirk zu. 5,4 Millionen Euro wird er dabei an Eigenmittel aufbringen, mit 1,8 Millionen Euro wird sich der Freistaat beteiligen. Am Ende wird die komplette Baumaßnahme fast 34 Millionen Euro gekostet haben.

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