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Auf dem Weg zur Kultur-Metropole (24. August 2017)

Bezirkstagspräsident Dotzel informiert sich über Christian-Schad-Museum in Aschaffenburg

 

SommerTourKultur2017

Vor der Silhouette von Schloss Johannisburg erläuterte Museums-Direktor Dr. Thomas Richter (ganz links) den weiteren Ausbau des Christian-Schad-Museums. Das Foto zeigt ihn zusammen mit (von links): Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Oberbürgermeister Klaus Herzog, Amtsleiter Walter Hartmann vom städtischen Hochbauamt und Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder. (Foto: Mauritz)

 

Aschaffenburg. (mm) Auf dem besten Weg zu einer bedeutenden Kultur-Metropole befindet sich die Stadt Aschaffenburg. Insbesondere das Christian-Schad-Museum, dessen Eröffnung für das kommende Jahr geplant ist, dürfte das Renommee der Museumsmeile in nächster Nähe zu Schloss Johannisburg weit über die bayerischen Grenzen hinaus steigern. Über den derzeitigen Baufortschritt des Ausstellungshauses informierte sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel am Donnerstag (24. August) im Rahmen seiner diesjährigen Sommertouren.

Oberbürgermeister Klaus Herzog betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Kulturförderung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. „Kultur hält alles zusammen“, sagte das Stadtoberhaupt. Ausdrücklich lobte er den Bezirk Unterfranken für dessen vielfältige Unterstützung. Eine zentrale Rolle spiele der Bezirk, der sich dem kulturellen Vermächtnis verpflichtet fühle, als kreativer Ideen-Geber. Zudem achte der Bezirk darauf, dass die Fördergelder „klug auf alle Kommunen verteilt“ würden, sagte Herzog.

Sichtlich beeindruckt war Erwin Dotzel von der Aschaffenburger Museumsmeile. „Wir begleiten Aschaffenburg gern auf diesem Weg und freuen uns schon auf die erfolgreiche Fertigstellung“, sagte der Bezirkstagspräsident. Das Museumsquartier umfasst das denkmalgeschützte Bauensemble des ehemaligen Jesuitenkollegs. Die daran angrenzende Jesuitenkirche aus dem frühen 17. Jahrhundert dient bereits seit 1976 als städtische Kunsthalle. „Mein Kompliment für diese eindrucksvolle Maßnahme“, sagte Dotzel an die Adresse der Stadt. Das Museumsquartier werde in absehbarer Zeit zu einem Kristallisationspunkt vielfältiger anderer städtebaulicher Entwicklungsmöglichkeiten werden, zeigte sich Dotzel zuversichtlich. Dazu rechnete er Impulse für die Wirtschaft, den Handel und den Tourismus. Auch internationale Gäste der Metropolregion Rhein-Main würden dann nach Aschaffenburg kommen.

Christian Schad gilt als einer der herausragenden Künstler des 20. Jahrhunderts und als Wegbereiter der so genannten Neuen Sachlichkeit. In Aschaffenburg fühlt man sich dem 1982 verstorbenen Maler in besonderer Weise verbunden – nicht nur weil Christian Schad in Keilberg bei Aschaffenburg seine letzten Lebensjahrzehnte verbrachte und er dort beerdigt liegt. Vielmehr brachte die junge Schauspielerin und spätere Ehefrau Schads, Bettina Mittelstädt, 1942 in einer abenteuerlichen Aktion einen Großteil seiner Werke aus dem kriegszerstörten Berliner Atelier in Aschaffenburg in Sicherheit. Christian Schad befand sich zu jenem Zeitpunkt bereits in der Untermain-Metropole, weil er dort den Auftrag erhalten hatte, eine Kopie der „Stuppacher Madonna“ von Matthias Grünewald anzufertigen.

Eine Kopie dieser Kopie aus dem Jahre 1942 wird es auch im Schad-Museum zu sehen geben, wie der Direktor der Aschaffenburger Museen, Dr. Thomas Richter, erläuterte. Im Jahr 2000, zwei Jahre vor ihrem Tod, habe Bettina Schad den kompletten Nachlass ihres Mannes der Stadt geschenkt. „Nur wenige deutsche Archive lassen einen so tiefen Blick in ein Künstlerleben zu wie unsere Sammlung“, betone Dr. Richter. Mit dem Christian-Schad-Museum finde diese wertvolle Sammlung repräsentative, auf drei Etagen verteilte Ausstellungsräume mit einer Fläche von etwa 650 Quadratmetern. Zirka 3.200 Werke umfasst der Bestand, von dem jeweils rund 300 gezeigt werden sollen. Mit diesem reichen Fundus ist Aschaffenburg weltweit der einzige Standort, der alle Schaffensperioden und Werkkomplexe des „Meisters der neuen Sachlichkeit“ beleuchten kann – von der Malerei über die so genannte „Schadographie“ bis hin zur Fotografie. Damit wird das künftige Museum „einen Streifzug durch die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts“ bieten, wie Richter mit offensichtlichem Stolz sagte.

Bereits jetzt drehe man kräftige die Werbetrommel für das Haus. Unter www.christian-schad-museum.deexterner Link könne man im weltweiten Netz zumindest virtuell einen Vorgeschmack auf die künftige Pracht des Museums gewinnen. Bezirksheimatpfleger Prof. Klaus Reder wies darauf hin, dass „auch diese Kundenorientierung für das Aschaffenburger Gesamtkonzept“ stehe. Dank des Einsatzes moderner Medien wie zum Beispiel entsprechender Apps sowie zeitgemäßer Gestaltungen und Präsentationen werde das Christian-Schad-Museum die unterfränkische Museumslandschaft enorm bereichern, sagte der Bezirksheimatpfleger.

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