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Motor der unterfränkischen Kulturlandschaft (15. Februar 2018)

Bezirkstag verabschiedet Stiftungs-Haushalt – 8,55 Millionen Euro Fördergelder

 

KulturHaushalt2018

Zu den Schwerpunkten bezirklicher Kulturförderung zählen unter anderem die Erhaltung historischer Bausubstanz und der Denkmalschutz. (Foto: Mauritz)

 

Würzburg. (mm) Dass sich mit soliden Anlagestrategien auch in schwierigen Zeiten solide Erträge erwirtschaften lassen, hat jetzt erneut der Bezirk Unterfranken mit seiner unterfränkischen Kulturstiftung bewiesen. Rund 8,55 Millionen Euro sieht der Stiftungshaushalt, den der Bezirkstag von Unterfranken am Donnerstag (15. Februar) einstimmig beschlossen hat, für die Förderung von Kultur und Kulturschaffenden vor. Trotz der international anhaltenden Niedrigzinsphase seien das 300.000 Euro mehr als im Vorjahr und der sechste Anstieg in Folge. Wie Bezirks-Kämmerer Rainer Klingert und der Finanzreferatsleiter Andreas Polst auf der Bezirkstags-Sitzung weiter ausführten, sehe der Kulturhaushalt für das Jahr 2018 ein Volumen von fast 9,6 Millionen Euro vor.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel sah in dem umfangreichen Zahlenwerk ein „Aushängeschild“ und ein „Markenzeichen“ des Bezirks. Wie Dotzel gleich zu Beginn der Haushaltsdebatte deutlich machte, sei die Unterfränkische Kulturstiftung ein entscheidendes Instrument, „um die kulturelle Vielfalt Unterfrankens zu stärken“. Für die Kulturschaffenden seien die damit verbundenen Fördermöglichkeiten „ein großer Segen“. Oberste Maxime sei für den Bezirk Unterfranken „sparsames Wirtschaften“.

Diese Sorgfalt macht sich nicht zuletzt in der Verzinsung des Stiftungskapitals bemerkbar. Während laut eines aktuellen Zeitungsberichts nur noch zwei Drittel der gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland mit einer Rendite oberhalb der prognostizierten Jahresinflation von rund 1,5 Prozent rechnen, erzielte das Vermögen der unterfränkischen Kulturstiftung zuletzt eine Nettoverzinsung von 3,57 Prozent. Als Werterhaltungsrücklage wird in diesem Jahr dem Stiftungsvermögen ein Betrag von 532.000 Euro zugeführt.

Zu den Schwerpunkten der bezirklichen Kulturförderung zählte Kämmerer Klingert den Museumsbereich: rund 1,07 Millionen Euro fließen beispielsweise in den Zweckverband Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, 1,41 Millionen Euro gehen an die Museen Schloss Aschach, und mit 641.300 Euro werden die nichtstaatlichen Museen, Sammlungen und Ausstellungen gefördert. Zu den größten Posten im unterfränkischen Kulturhaushalt zählt mit insgesamt fast 1,3 Millionen Euro ferner die Denkmalpflege. Mit rund 837.700 Euro wird die Musikpflege gefördert, und über knapp 891.000 Euro können sich die Theater freuen. Für ihr erfolgreiches Finanzmanagement ernteten Klingert und Polst, die beide federführend die Anlage des Stiftungskapitals verantworten, Lob von allen Seiten.

CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Peter Motsch ging in seiner Haushaltsrede außerdem auf die Museumsförderung ein. In diesem Zusammenhang lobte er die weitere Entwicklung des Museumsquartiers in Aschaffenburg, das der Bezirk mit großer finanzieller Förderung seit etlichen Jahren begleite, sowie das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, das Rhönmuseum in Fladungen, das der Bezirk mit insgesamt 600.000 Euro fördern werde, sowie die Museen in der oberen Saline in Bad Kissingen und die Bezirksmuseen in Schloss Aschach.

SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Schäfer-Blake ging insbesondere auf die Werterhaltung des Grundstockvermögens ein. Die seit dem Jahr 2010 aufgebaute Werterhaltungsrücklage werde in diesem Jahr einen Stand von 4,4 Millionen Euro erreichen. Zudem habe man durch eine Sonderrücklage im Jahr 2015 eine Stabilisierung der Zinserträge geschaffen. Dies gebe größere Sicherheit, Kunst und Kultur dauerhaft zu fördern. Die allgemeine Rücklage zeige aber auch, „wie solide hier gewirtschaftet wird“, lobte sie die Bezirksverwaltung.

Auch die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Tamara Bischof, hob hervor, „dass sich die Anlagestrategie“ bewährt habe. „Vieles würde heute nicht gehen, und vieles wäre in Zukunft nicht möglich“ ohne das erfolgreiche Finanzmanagement der Kulturstiftung. Wichtig sei aus ihrer Sicht zudem, dass auch künftig neue Projekte angeschoben werden könnten, denn Kultur müsse vielfältig sein und auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. „Die Unterfränkische Kulturstiftung ist ein maßgeblicher Pfeiler der Kultur in Unterfranken“, sagte sie.

Barbara Imhof, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, erinnerte in ihrer Haushaltsrede an das im Jahr 2016 beschlossene Eckpunktepapier, das „sich inzwischen zu einem richtigen Reformpapier zur strategischen Neuausrichtung der Kulturstiftung gemausert“ habe. Als Beispiele dieser neuen Maßnahmen nannte sie die neuen Schwerpunkte der Museumspädagogik, „die unsere Museen aus den angestaubten Ecken herausholen“, oder „inklusive Impulse, die Kunst und Kultur für Menschen mit Behinderung erlebbar machen“.

Adelheid Zimmermann (FDP) zitierte zu Beginn ihrer Haushaltsrede das Handelsblatt, das vor ein paar Jahren einen Bericht über den Boom bei Flusskreuzfahrten mit dem Titel „Würzburg ist das neue Venedig“ überschrieben hatte. Sie sah darin ein Indiz dafür, dass die Kulturförderung des Bezirks immer auch ein bisschen unterfränkisches Flair fördere. In diesem Zusammenhang vermisste sie eine „europäische Vernetzung“ der unterfränkischen Kulturarbeit. „Wenn es gut läuft in Europa, dann läuft es auch gut bei uns“, stellte sie fest.

Angelika Strobel (Die Linke) hielt es für „dringend notwendig“ über künftige Aufgaben der Kulturförderung zu diskutieren. „Wie wird sich die Kulturlandschaft verändern, wenn das niedrige Zinsniveau weiter anhält?“, gab sie zu bedenken. Als eine „beachtliche Leistung“ bezeichnete sie die erfolgreiche Anlage des Stiftungsvermögens. Damit sei man sowohl bei den Maßnahmen als auch in finanzieller Hinsicht auf dem richtigen Weg, nämlich den Menschen in Unterfranken Kunst und Kultur zugänglich zu machen, sagte sie.

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