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„Ein großer Tag für alle Menschen in Unterfranken“ (13. September 2018)

Erster Spatenstich für psychiatrisches Krankenhaus auf Gelände des Klinikums Aschaffenburg

 

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Ein so gewaltiges Projekt wie der Bau der neuen psychiatrischen Klinik in Aschaffenburg braucht viele starke Helfer und entschlossene Unterstützer. Dies zeigte sich auch beim ersten Spatenstich. Foto: Mauritz

 

Aschaffenburg. (mm) Rund 15,4 Millionen Euro investiert der Bezirk Unterfranken in den kommenden zwei Jahren in die Errichtung eines psychiatrischen Krankenhauses auf dem Gelände des Klinikums Aschaffenburg. Finanzielle Unterstützung erhält der Bezirk dabei vom Freistaat Bayern, der das Projekt mit förderfähigen Kosten von rund 11,22 Millionen Euro in sein Jahreskrankenhausbauprogramm aufgenommen und damit finanziell abgesichert hat.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel betonte beim feierlichen ersten Spatenstich am Donnerstag (13. September) in seiner Ansprache, dass jeder Mensch an seiner Seele erkranken könne. „Niemand kann sich sicher sein, dass nicht auch er einmal psychiatrische Hilfe braucht“, sagte Dotzel. Während die Fallzahlen bei den somatischen Erkrankungen seit Jahren weitgehend gleichblieben, stiegen sie im psychiatrischen Bereich weiter dramatisch an. „Der Bezirk Unterfranken reagiert auf diese Entwicklung, indem er seine Kapazitäten für die medizinische Versorgung erhöht.“ Den Festakt zum Baubeginn bezeichnete er als einen großen Tag für alle Menschen, die in Unterfranken leben!

Hintergrund der Entscheidung für den Bau eines neuen Krankenhauses sei nicht zuletzt die seit Jahren chronische Überbelegung des psychiatrischen Fachkrankenhauses in Lohr am Main gewesen. Zudem bedeute das neue Krankenhaus auch eine weitere Regionalisierung der Psychiatrie in Unterfranken. „Mit diesem neuen psychiatrischen Krankenhaus entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer überregionalen Schwerpunktklinik eine zeitgemäße, stationäre psychiatrische Behandlungseinheit“, sagte der Bezirkstagspräsident. Dadurch könnten Synergieeffekte genutzt und die Qualität der medizinischen Versorgung und Betreuung verbessert sowie die Wirtschaftlichkeit beider Krankenhäuser gestärkt werden.

Im Namen des Zweckverbandes Klinikum Aschaffenburg-Alzenau betonte Oberbürgermeister Klaus Herzog, eine „humane Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich kümmert, wenn Menschen Fürsorge brauchen!“ Bislang habe man psychisch Kranke aus dem Raum Aschaffenburg weit entfernt von deren Wohnort und deren Verwandten versorgen müssen. „Der Neubau erweitert das Behandlungsspektrum des Klinikums und erleichtert das Leben der Betroffenen“, sagte das Stadtoberhaupt.

Die medizinische Versorgung sei eine Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung, so Herzog weiter. Nicht zuletzt unter diesem Gesichtspunkt sei der Baubeginn der psychiatrischen Klinik „ein großer Tag für die kommunale Selbstverwaltung“. Der Oberbürgermeister erinnerte an die umfangreichen Planungsmaßnahmen, etwa im Zusammenhang mit ökologischen Ausgleichmaßnahmen oder der Schaffung von Rettungswegen. Alles das sei in Rekordzeit verwirklicht worden, lobte Herzog.

Prof. Dominikus Bönsch, als Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Lohr am Main künftig auch für die neue psychiatrische Klinik verantwortlich, erinnerte daran, dass der Einzugsbereich des BKH Lohr noch vor zwanzig Jahren rund 750.000 Einwohnern umfasste. „Seither hat sich viel verändert!“, zeigte sich Bönsch zufrieden. Er dankte den Verantwortlichen beim Bezirk für deren Engagement. Das neue psychiatrische Krankenhaus werde sehr stark von der Nähe zum Aschaffenburger Klinikum profitieren. Die wohnortnahe Versorgung psychisch Kranker sei auch insofern von Bedeutung, als es den Patienten helfe, wenn sie nur „kurz aus ihrem gewohnten Umfeld herausgenommen werden“.

Einen Blick in Zukunft warf der Architekt Armin Bauer (RitterBauerArchitekten, Aschaffenburg), dessen Büro den Bau geplant hat. Das zweigeschossige Gebäude werde siebzig Meter lang und fünfzig Meter breit sein, erläuterte er. Verteilt auf zwei große Stationen werden die 28 Patientenzimmer Platz bieten für fünfzig Betten. Es werde barrierefreie Zimmer geben, attraktive Aufenthaltsbereiche, Untersuchungsräume, Büros und Ärztezimmer. Der Architekt versprach „optimale Bedingungen für Patienten und Personal“. Die nächste große Herausforderung stelle allerdings erst einmal das Ausheben der Baugrube dar, „weil man nie so genau weiß, auf wieviel Fels man stößt“. Ein mächtiger Bagger stand im Hintergrund jedenfalls schon bereit, als die Vertreterinnen und Vertreter der am Bau beteiligten Institutionen und Firmen zum symbolischen ersten Spatenstich ansetzten.

 

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