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„Heimat-Historiker sind Meister ihrer Disziplin“ (23. September 2018)

 Bezirk Unterfranken lud zu seinem diesjährigen Kulturempfang die Historiker nach Schloss Aschach 

 

Kulturempfang2018

Beim diesjährigen Kulturempfang des Bezirk Unterfranken wurden sogar die Stehplätze knapp. Das Bild zeigt Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel bei der Begrüßung der Ehrengäste in der Museumsscheune von Schloss Aschach. (Foto: Mauritz)

 

Aschach. (mm) Zum zehnten Mal habe der Bezirk Unterfranken in diesem Jahr zum Kulturempfang geladen, betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel am vergangenen Sonntag (23. September) in seiner Ansprache zu der Traditionsveranstaltung in Schloss Aschach. „Zehntes Jubiläum – das klingt ganz eindeutig nach etwas Traditionellem und nach etwas Bewährtem“, sagte er. Das erinnere ganz beiläufig aber auch daran, wie die Zeit vergehe. Er finde es deswegen sehr passend, dass sich der Kulturempfang des Bezirks in diesem Jahr an die historischen Vereine und die historisch arbeitenden Persönlichkeiten richte. „Denn es ist die Aufgabe der Historikerinnen und Historiker, sich mit vergangenen Zeiten zu beschäftigen.“

Die Gegenwart sei immer das Produkt der Vergangenheit. Man könne die Gegenwart daher nur verstehen, wenn man die Vergangenheit kenne, sagte der Bezirkstagspräsident. „Geschichte zwingt uns immer wieder dazu, über unsere Heimat neu nachzudenken. Ganz konkret zeige sich dies am Beispiel Unterfranken. Unterfränkin oder Unterfranke zu sein, sei ein ganz spezielles Lebensgefühl, ein Lebensgefühl, das vom kulturellen und historischen Erbe geprägt sei. „Die Globalisierung mag technisch und ökonomisch unaufhaltsam und sogar sehr vernünftig sein. Aber der Erfolg einer Region hat auch mit Identifikationsangebot und Lebensraum zu tun. Gerade wer sich der Welt öffnet, braucht einen festen Standpunkt, ein Fundament, das die Geschichte bietet – sofern man sich mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt!“

Historikerinnen und Historiker komme daher die wichtige Aufgabe zu, die Geschichte zu erforschen und zu erläutern. „In der Geschichte finden wir immer auch ein wenig von uns selbst, von unseren Wurzeln, von den vergangenen Zeiten, die die Gegenwart prägen, in der wir heute leben“, so der Bezirkstagspräsident. Insbesondere gelte dies für die Heimatgeschichte. Die Heimatgeschichte führe die verschiedenen Bereiche der Landeskunde zu einer großen Einheit zusammen. Zudem habe Heimatgeschichte den klaren Vorteil, dass durch die Erforschung kleinerer, vertrauter und eng begrenzter Räume Geschichte nicht nur überschaubar bleibe, sondern vor Ort nachvollzogen und überprüft werden könne. „Heimat-Historiker sind Meister ihrer Disziplin“, lobte der Bezirkstagspräsident.

Die stellvertretende Landrätin Monika Horcher (Landkreis Bad Kissingen) erinnerte daran, dass Kultur überall zu finden sei – „in allen Lebenslagen!“ Kennzeichnend für die vielfältige und weiter entwickelte Kultur sei, dass sie im Gegensatz zur Natur vom Menschen hervorgebracht sei. Längst habe sich Kultur für die Städte und Gemeinden auch zu einem Standortvorteil entwickelt. Dies gelte insbesondere für die Regionalkultur. „Die Kommunen haben dies erkannt und engagieren sich nach Kräften“, sagte die stellvertretende Landkreis-Chefin.

Als Vertreter des Marktes Bad Bocklet lobte Marktgemeinderat Horst Krapf den Kulturempfang des Bezirk Unterfranken, der dem „Bekanntheitsgrad unserer Gemeinde“ diene. Dankbar sei er dem Bezirk für dessen Investitionen in Schloss Aschach.

Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Duo „Café Sehnsucht“. Silvia Kirchhof (Gesang) und Achim Hofmann (Gesang und Klavier) griffen mit ihren alten, mehr noch aber mit ihren neuen Chansons tief in die Niederungen der menschlichen Seele. Ob es dabei um jene stets rastlosen Zeitgenossen ging, die am Ende dann doch feststellen müssen, dass nichts ewig währt, oder um Verschwörungstheorien, denen man so gerne aufsitzt, oder um das leidige Problem mit den Kalorien, nach jedem ihrer Musikstücke war dem Duo Applaus sicher.

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