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Bezirk Unterfranken leistet Beitrag zum Artenschutz (23. Oktober)

Ortstermin von Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel im Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb Maidbronn

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Abfischen 2018

 

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel informierte sich beim Fischereichfachberater des Bezirk Unterfranken Dr. Wolfgang Silkenat nach dem Stand der Nachzucht bedrohter Fischarten. (Foto: Hiller)

 

Maidbronn/Würzburg. (hil) „Beim Abfischen im Herbst, sind viele Hände gefragt – schön, dass hier alle begeistert mit anpacken“, zeigte sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel erfreut, als er sich am Dienstag (23. Oktober) bei einem Ortstermin mit dem Fischereichfachberater des Bezirk Unterfranken, Dr. Wolfgang Silkenat, nach der Nachzucht von Nasen und Schlammpeitzgern erkundigte.

Derzeit werden die Teiche im Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb in Maidbronn abgefischt. Dazu wird zunächst das Wasser, bis auf einen kleinen Graben abgelassen und die Fische dann in das sogenannte Abfischbecken gelassen (siehe Bild). "Dadurch werden die Fische möglichst schonend in einen Bottich mit frischem Wasser und ständiger Sauerstoffversorgung verbracht", erklärte Silkenat. Durch die kurzen Wege auf dem Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb werden die kleinen Fische möglichst wenig Stress ausgesetzt.

Bei so vielen Tieren wie in Maidbronn ist jede helfende Hand gefragt. Neben den beiden Teichwirten, Stefan Hummel und Matthias Schäffner, halfen in diesem Jahr auch zwei Praktikanten, sowie der Auszubildende Tobias Lurz mit. Lurz macht seit September diesen Jahres beim Bezirk Unterfranken die Ausbildung zum Fischwirt. Dafür ist er extra aus seiner Heimat nach Unterfranken gezogen. Auf die Ausbildung und Förderung des Nachwuchses ist man Stolz - "vor zwei Jahren konnte der Teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb in Maidbronn sogar den Auszubildenden mit den Bayernweit besten Noten stellen" berichtet Silkenat.

Auch der Bezirkstagspräsident zeigte sich beeindruckt: „welche Fischarten wurden heuer nachgezogen?“ wollte Dotzel wissen. "In diesem Jahr haben wir einige verschiedene bedrohte Arten gezüchtet“ antwortete Silkenat.

Die Nasen, die zu den Karpfenfischen gehören, zählen zu den gefährdeten Tierarten und gelten gar mancherorts bereits als ausgestorben, was auch für die Schleimpeitzger gilt. Die Ursachen für die Gefährdung der Nasen liegen im Ausbau vieler Flüsse, wodurch Laichplätze zerstört wurden, sowie die Unterbrechung der stromaufwärtsgerichteten Laichwanderwege durch Staustufen. Maidbronn versorgt den gesamten Nordbayerischen Bereich mit Nasen.

Der Schlammpeitzger (siehe Bild) ist grundsätzlich widerstandsfähiger und kann auch bei ungünstigen Wasserverhältnissen – wie der Name schon verrät – im Schlamm überleben. Gründe für die Bedrohung der Schlammpeitzger sieht Silkenat im früheren Ausbaggern von Fließgewässern und Gräben – dadurch fiel ein Großteil des Lebensraumes dieser Tiere weg. In 2018 konnten die Teichwirte bei den Schlammpeitzgern ein besonders gutes Abfischergebnis erzielen.

Neben diesen beiden Fischarten - die an diesem Tag abgefischt wurden, züchten die Teichwirte in Maidbronn aber auch noch andere bedrohte Arten. So zum Beispiel den Steinbeißer. Ob es hier ein gutes Jahr oder eher ein schlechtes Jahr wird, kann erst nach dem Abfischen beurteilt werden.

Ein weiterer Interessanter Fisch, der in Maidbronn gezüchtet wird, ist der Bitterling. Denn um sich fortzupflanzen, legt das Weibchen die Eier in einheimische Muscheln und nutzt diese quasi als natürlichen Panzer. Die befruchteten Eier entwickeln sich im Innern der Muschel und die kleinen Bitterlinge verlassen sie nach zwei bis vier Wochen. Daneben werden auch noch Rutte und Karausche gezüchtet. Für Letztere war es heuer ein sehr gutes Jahr, was Silkenat umso mehr freut, denn hier sind die Bestände stark zurückgegangen. Ziel der Nachzucht dieser Fische ist vor allem, den Fischern geeignete Besatzfische zur Verfügung zu stellen.

Dotzel zeigte sich erfreut über die Arbeit der Teichwirte in Maidbronn und betonte, dass die Fischereifachberatung seit jeher zu den traditionellen Aufgaben der bayerischen Bezirke gehört. Mit der Nachzucht und Wiederansiedlung von Fischarten, die auf der Roten Liste stehen, sowie bedrohter Fisch-, Krebs- und Muschelarten, leistet der Bezirk Unterfranken einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in den unterfränkischen Fließgewässern.

 

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