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Von jugendlichen Ängsten und starken Mädchen (19. November 2018)

Elodie Granet stellte im Bezirksgebäude ihre liebsten französischen Jugendbücher vor

 

FranzBibliothek2018

Einen großen Stapel mit ihren liebsten Jugendbüchern hatte die französische Buchhändlerin Elodie Granet aus Frankreich mitgebracht. In Würzburg begeisterte sie damit ihre Zuhörerschaft. (Foto: Lamm)

 

Würzburg. (Eig.Ber.) Ein wenig gewagt schien es schon, was sich die sechs Macherinnen im Partnerschaftsreferat beim Bezirk Unterfranken ausgedacht hatten: eine Buchhändlerin aus Caen sollte einen Abend lang eine Auswahl der neu erschienenen französischen Jugendbücher vorstellen – und das noch dazu in französischer Sprache! Einladungen zu einem Straßenfeger hören sich anders an. Aber es gibt sie noch, die Büchernarren und Leseratten, denen keine Mühe zu groß ist, wenn es um Literatur geht. Und so saß Elodie Granet am vergangenen Montag (19. November) im großen Sitzungssaal des Bezirksgebäudes nicht nur neben einem großen Stapel ihrer „coup de coeur“, ihrer literarischen Favoriten, sondern vor allem vor einem gespannt zuhörenden Auditorium.

Freilich waren es zumeist Frankophile, die der Einladung gefolgt waren, aber umso interessierter und begeisterter war die Zuhörerschaft – unter ihnen viele Lehrerinnen und Lehrer. Aus ihrer Buchhandlung „Le Brouillon de culture“ („Der grobe Entwurf der Kultur“) hatte Elodie Granet eine bunte Mischung mitgebracht – ein Buch über die Liebe zum Tanz, einen Thriller, zwei Geschichten über das schwierige Thema der Sexualität in der Jugend, ein Mut machendes Buch für junge Frauen und schließlich einen Roman, der die Freude, aber auch den Zweifel am Leben thematisiert.

Der Roman „Dancers“ (Tänzer) von Jean-Philipp Blondel handelt von drei Teenagern mit ihren jeweils ureigenen Problemen, die aber ihre Liebe zum Tanz und zur rhythmischen Bewegung verbindet. Sie finden sich, sie verlieben sich, sie trennen sich, und sie finden am Ende dennoch wieder zusammen. Ganz anders mutet dagegen die Lektüre des Thrillers „La tête sous l’eau“ (Der Kopf unter Wasser) von Olivier Adam an. Als Léa, die Schwester des jugendlichen Erzählers, verschwindet, beginnt für die ganze Familie ein Alptraum. Doch auch als Léa nach einiger Zeit wieder auftaucht, geht der Horror weiter. Schritt für Schritt muss die Familie das Trauma der Tochter und deren Ängste verarbeiten. Um ein sehr sensibles Thema geht es in dem Buch „P.O.V. – Point of View“ (Standpunkt) von Patrick Bard: Lucas, der eigentlich nur ein neues Computerspiel aus dem Internet hochladen wollte, stößt zufällig auf ein pornographisches Video und kann sich dem fortan nicht mehr entziehen – er driftet in eine Abhängigkeit ab, der er aus eigener Kraft nicht mehr entfliehen kann. Auch Christophe Léon greift in seinem Roman „La vie commence aujourd’hui“ (Das Leben beginnt heute) das Thema Sexualität auf, wenn auch in diesem speziellen Fall, die Sexualität eines mehrfach behinderten, aber hochintelligenten Jungen, der die ersten Erfahrungen in der Liebe gerne genauso erleben würde wie seine Altersgenossen. Eine starke Botschaft an starke Mädchen ist „La Fille d’Avril“ (Das April-Mädchen) von Annelise Heurtier. Die Geschichte spielt im Frankreich der 1960er Jahre und beruht auf einer wahren Begebenheit. Catherine will unbedingt an einem Marathon teilnehmen, was aber damals jungen Frauen nicht möglich war. Um einen Jugendlichen, der sich nach einem gescheiterten Selbstmordversuch in der Psychiatrie wiederfindet, geht es schließlich in dem Roman „Coeur Battant“ (Herzschlag) von Axl Cendres. Gemeinsam mit fünf Leidensgenossen wagt er den Ausbruch, um nach der Verkettung einiger überraschender Ereignisse vielleicht doch wieder ins Leben zurückzufinden.

Wer die Veranstaltung im Bezirksgebäude versäumt hat, oder wer aber einmal ausgiebig in französischer Literatur schmökern möchte, findet Elodie Granet und ihre Buchhandlung „Le Brouillon de culture“ in der 29 Rue Saint-Sauveur in Caen.

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