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Orthopädie Werneck weiterhin 365 Tage im Jahr erreichbar (7. März 2019)

Neue Regeln bei der Notfallversorgen erschweren medizinische Versorgung

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Wollen die Notfallversorgung im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck weiterhin aufrechterhalten (von links) Jürgen Oswald, Geschäftsleiter der Krankenhäuser und Heime des Bezirks, Ärztliche Direktor Prof. Dr. Christian Hendrich, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Krankenhausdirektor Bernd Pallasch. (Foto: Mauritz)

Werneck. (mm) Die Orthopädische Klinik Schloss Werneck wird auch künftig jeden Tag des Jahres Notfälle behandeln. Dies betonten Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Prof. Dr. Christian Hendrich, der Ärztliche Direktor der Klinik, und Jürgen Oswald, der Geschäftsleiter der Krankenhäuser und Heime des Bezirks, am Donnerstag (7. März) auf einer Pressekonferenz in Schloss Werneck. Seit Januar gelten nämlich bei der Notfallversorgung für die Kliniken neue Regeln. So müssen zum Beispiel jene Krankenhäuser, die keine internistische und chirurgische Versorgung anbieten, für jeden stationär aufgenommenen Patienten 60 Euro abführen. Das bedeute für eine Spezial-Klinik wie Schloss Werneck, die sich ganz auf Skelett-Notfälle konzentriere, mehr als 260.000 Euro Mindereinnahmen pro Jahr, sagte Hendrich. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten müsste man die ohnehin defizitäre Notfallversorgung schließen, betonte Oswald. „Wir wollen aber der Bevölkerung auch künftig eine zuverlässige Anlaufstelle in Notfällen bieten“, so Dotzel.

Rund 3.700 Notfall-Patienten werden jedes Jahr in der Wernecker Orthopädie behandelt – das geht von Unfällen im Haushalt bis zu Verletzungen auf dem Sportplatz. Ab dem 1. April wird aber die Ambulanz an Wochentagen nur mehr von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr und an den Wochenenden von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr geöffnet sein. So lasse sich die Notfallversorgung auch künftig 365 Tage im Jahr aufrechterhalten. „Jede Notfallbehandlung braucht kompetente Ärzte und erfahrene Schwestern, die praktisch rund um die Uhr in Bereitschaft sind. Daher kann eine Notfallversorgung niemals kostendeckend sein – jedenfalls nicht, solange der durchschnittliche ambulante Notfall in Deutschland von den Krankenkassen mit etwa 33 Euro vergütet wird“, stellte Dotzel fest.

Die neue gesetzliche Regelung habe sich „heimtückisch angeschlichen“, kritisierte Hendrich. Für schwächere Krankenhäuser könne diese Entwicklung durchaus existenzbedrohend sein. Im Gegensatz zu manch anderer Spezialklinik habe das Orthopädische Krankenhaus Schloss Werneck seine Notfallversorgung seit Beginn an aufrechterhalten. „Wir haben das auch getan, weil wir aus Erfahrung wissen, dass Sportverletzungen am besten von Anfang an in die Hände von Spezialisten gehören“, so Hendrich. Es komme schließlich nicht von ungefähr, dass sich immer öfter Profi‑Sportler – speziell aus den Bereichen Fußball und Motocross – in Schloss Werneck behandeln ließen.

Jürgen Oswald sah den Bezirk Unterfranken als Träger der Orthopädischen Klinik auch in der Verantwortung, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. Eine anerkannte Fachklinik sei dazu bestens in der Lage. Oswald verwies in diesem Zusammenhang auf das Klinik-Ranking der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die im vergangenen Jahr Schloss Werneck auf Rang 29 von fast 2.000 Krankenhäusern verortet hatte. Oswald merkte weiter an, dass dem ein oder anderen in Berlin die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland ein Dorn im Auge sei. Für sie wäre die Schließung kleiner Krankenhäuser eine willkommene Nebenwirkung des neuen Gesetzes. Von einer Reduzierung der bisher 2.000 Kliniken auf nur noch 500 werde bereits gemunkelt.

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