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Inklusionspreis-Verleihung mitten im Messe-Trubel (30. September 2019)

Bezirk Unterfranken vergab die begehrte Auszeichnung heuer zum fünften Mal

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Zum eindrucksvollen Finale kamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und sämtliche Mitwirkende an der Inklusionspreis-Verleihung noch einmal auf die Bühne in Halle 11 auf der Mainfranken-Messe. (Foto: Mauritz)

Würzburg. (mm) Den mit insgesamt 12.500 Euro dotierten Unterfränkischen Inklusionspreis hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel am Montag (30. September) auf der BR-Bühne inmitten der Mainfranken-Messe überreicht. Natürlich wäre es organisatorisch viel einfacher, die Preise in irgendeinem namenlosen, zweckmäßigen Saal „in aller Stille“ zu überreichen, sagte Dotzel. „Aber genau das wollen wir mit dem Inklusionspreis nicht. Wir wollen mit unserem Inklusionspreis mitten unter die Menschen, mitten in den Trubel einer attraktiven Publikumsveranstaltung.“ Bei diesem Wettbewerb, der heuer an fünf Sieger-Gruppen ging, werden Projekte ausgezeichnet, „die die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung im Alltag nachhaltig und konkret verbessern oder einen spürbaren Beitrag zu ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft leisten“, wie Dotzel in seiner Laudatio sagte. Inklusion schließe alle Lebensbereiche mit ein. Diese Idee bringe auch der Ort der Preisverleihung zum Ausdruck, sagte Dotzel.

Die Behindertenbeauftragte des Bezirks, Karin Renner, wies in ihrem sehr persönlich gehaltenen Grußwort darauf hin, dass bei der Umsetzung der Inklusion „noch nicht das Ende aller Möglichkeiten erreicht“ sei. „Inklusion ist ein fortdauernder Prozess“, betonte sie. Ein Schwerpunkt werde künftig sein, sich verstärkt um jene Menschen zu kümmern, deren Handicap wie bei Hörgeschädigten oder Gehörlosen schwer erkennbar sei. Daher arbeite nun ein Vertreter aus dem Schwerhörigen-Verband in der „AG Menschen mit Behinderung“ mit. Renner erinnerte aber auch an Menschen mit seelischen Behinderungen. „Wir sind aber auf dem richtigen Weg“, stellte sie optimistisch fest.

Vergeben wurden die Preise bei der von Jürgen Gläser vom Bayerischen Rundfunk moderierten Feierstunde in vier Kategorien – zudem wurde an die Mitglieder des Jugendtanz Würzburg noch ein Sonderpreis für „vielfältiges Engagement für Inklusion“ ausgereicht. In diesem Projekt üben behinderte und nicht behinderte Jugendliche ein gemeinsames Tanzstück ein, das im Theater tanzSpeicher aufgeführt wird. Eine Kostprobe ihres Könnens lieferten die Jungen und Mädchen zum Abschluss der Feierstunde auf der Messe-Bühne in Halle 11 ab.

In der Kategorie „Arbeit“ holte sich das „Kooperationsprojekt Kaffeerösterei“ einen der mit jeweils 2.500 Euro dotierten Preise. Die Kaffeerösterei wird in Kooperation mit Bühners Rhön Kaffee im Klosterladen Maria Bildhausen betrieben. Die Jury überzeugte das Projekt, „weil hier Inklusion über einen privatwirtschaftlichen Anbieter über privatwirtschaftliches Risiko stark vorangetrieben wird“.

In der Kategorie „Bildung und Erziehung“ ging der Preis an die Klasse 2a und 2ai der Grundschule Schwanfeld. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier den „ungezwungenen Umgang miteinander und erwerben vorurteilsfreies Wissen über Behinderung, den Umgang mit Schwächeren und der Teilhabe der Kinder mit Behinderung an sämtlichen Aktionen“, wie die Jury in ihrer Begründung betonte.

Einen Preis in der Kategorie „Freizeit, Kultur und Sport, Natur und Umwelt“ erhielt der Aschaffenburger Verein „Selbsthilfe bei Depression“, den es seit 35 Jahren gibt. Der Verein besteht aus rund 270 Mitgliedern und derzeit 17 Selbsthilfegruppen, die sich nach Art der Erkrankung sowie dem sozialen und persönlichen Umfeld unterscheiden.

Der Preis in der Kategorie „Wohnen“ ging schließlich an die „Inklusive Wohngemeinschaft“ der Lebenshilfe in Würzburg. In einem Reihenhaus wohnen zwei Menschen mit Behinderung mit zwei Menschen ohne Behinderung zusammen. Die beiden Personen mit Hilfebedarf werden von Mitarbeitern der Lebenshilfe unterstützt.

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