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Postkutsche soll auch künftig durchs Saaletal fahren (23. Januar 2020)

Nach dem Ausstieg der Post AG erhöht der Bezirk Unterfranken seine Förderung

KulturarbeitPostkutsche

Auch in Zukunft wird eine Postkutsche regelmäßig in Schloss Aschach Station machen.

Würzburg/Bad Bocklet. (mm) Hoch auf dem gelben Wagen reist heute niemand mehr zu Urlaubsdomizilen oder gar Geschäftsverhandlungen. Das ändert aber nichts an der Romantik, die mit dieser Art der Fortbewegung verbunden ist. Seit Sommer 1950 zuckelt eine Postkutsche von Mai bis Oktober zweimal wöchentlich von Bad Kissingen durchs Saaletal nach Bad Bocklet und Schloss Aschach. Die Bad Kissinger Postkutsche ist die einzige ihrer Art und die letzte Linie der Deutschen Post – und ein touristisches Wahrzeichen der Region.

Nach siebzig Jahren solle damit aber Schluss sein, befand die Deutsche Post AG und kündigte 2018 die Vereinbarung zur Förderung des historischen Postkutschenbetriebs. Eine einmalige Zahlung in Höhe von 5.000 Euro sollte für das Betriebsjahr 2019 ein letztes Mal in die Schatulle des Vereins „Freunde der Postkutsche Bad Kissingen – Bad Bocklet“ fließen.  Dem Verein gehören die Stadt Bad Kissingen, der Landkreis Bad Kissingen, die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen GmbH, der Markt Bad Bocklet, die Touristik GmbH Bad Bocklet und der Bezirk Unterfranken an, der auch Eigentümer von Schloss Aschach ist. Nach dem überraschenden Aus der Unterstützung durch die Post AG kommen nun höhere Kosten auf den Verein zu.

Auf seiner Sitzung am Donnerstag (23. Januar) beschloss daher der Kulturausschuss des Bezirk Unterfranken, seine Verlustbeteiligung an der Postkutsche rückwirkend ab dem Jahr 2019 von bisher zehn auf künftig fünfzehn Prozent des Jahresrechnungsergebnisses des Vereins „Freunde der Postkutsche“ zu erhöhen. Für das zurückliegende Jahr bedeutet dies für den Bezirk einen Verlustanteil von knapp 10.000 Euro. Den Verantwortlichen der Deutschen Post AG wollen die Bezirksrätinnen und Bezirksräte aber eine alte Volksweisheit ins Stammbuch schreiben: „Wer seine Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft“, oder wie es Friedensreich Hundertwasser auch ausdrückte: „Wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen!“ In diesem Sinne wird Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel noch einmal versuchen, die Post AG zu einer weiteren Förderung der Postkutsche zu bewegen.

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