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Meisterschule Ebern punktet mit Qualität (30. November 2020)

Nachfrage nach Ausbildungsplätzen aus der ganzen Bundesrepublik – Zweckverband beschließt Haushalt für 2021

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Zu den Attraktionen auf der Mainfranken-Messe zählt stets auch der Stand der Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk. Schreinermeister Tobias Schneider präsentiert, was ein geschickter Drechsler an seiner Drehbank alles fertigbringt. (Foto: Mauritz)

Würzburg/Ebern. (mm) In den 1990er-Jahren schlossen in der Bundesrepublik jedes Jahr zirka 3.000 Schreinerinnen oder Schreiner ihre Ausbildung mit dem Meisterbrief ab. Obwohl die Zahl der Betriebe seit damals in etwa gleichgeblieben ist, absolvieren heute nur mehr rund 1.100 junge Leute eine der bundesdeutschen Meisterschulen. Darauf hat PD Dr. Oliver Dünisch, Leiter der Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk, am Rande der Zweckverbands-Versammlung am Montag (30. November) in Würzburg hingewiesen. Wegen dieser nach wie vor sinkenden Zahlen ist die renommierte Schule in Ebern mittlerweile auch die einzige Einrichtung für die Ausbildung von Schreinermeistern in ganz Unterfranken.

Sorgen um die Zukunft macht sich Dünisch trotzdem keine. Ganz im Gegenteil, der nächste Kurs, der im Februar 2021 beginnt, sei bereits voll belegt, sagte er, und der Folgekurs ab September 2021 sogar überbucht – „falls jemand kurzfristig abspringt“, wie Dünisch erklärte. Nach wie vor stammt rund ein Drittel der insgesamt sechzig Meisterschülerinnen und Meisterschüler aus Unter- und Oberfranken, ein weiteres Drittel kommt aus anderen bayerischen Regierungsbezirken und ein letztes Drittel aus dem übrigen Bundesgebiet, also dem angrenzenden Hessen oder Thüringen, aber auch Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein.

Die Attraktivität der Schule hat einen guten Grund: „Die zwei Absolventinnen und die 15 Absolventen des jüngsten Kurses haben alle ihr Schulziel erreicht“, so Dünisch zur Erfolgsquote seiner Einrichtung, „nur einer muss die praktische Prüfung wiederholen.“ Drei der frisch gebackenen Meister seien sogar mit dem Meisterpreis der bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet worden. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel sah darin einen „überzeugenden Beleg für die Leistungsfähigkeit“ der Meisterschule für das Schreinerhandwerk. Der Bezirk trägt 72 Prozent der Kosten, Vorsitzender des Zweckverbandes ist der Bezirkstagspräsident.

Unzufrieden zeigte sich Dotzel hingegen mit der Telekom, die erst Ende kommenden Jahres Ebern mit einem Breitbandanschluss versorgen wolle. Gerade für eine moderne Einrichtung wie die Meisterschule sei ein schneller Zugang zum Internet und eine hohe Datenübertragungsrate wichtig. Landrat Wilhelm Schneider (Haßberge) sagte, er habe sich bereits in die Planungen eingeschaltet, sonst wäre der Breitbandausbau in Ebern sogar erst 2022 erfolgt.

Einstimmig beschloss der Zweckverband den Haushalt für das kommende Jahr. Wie Geschäftsleiter Andreas Polst bei der Vorlage des Zahlenwerks betonte, gehe das Haushaltsvolumen um rund 13,6 Prozent auf 1,4 Millionen Euro zurück. 2020 hatte der Wert noch über 1,6 Millionen Euro betragen. Der Grund dafür sei der Abschluss umfangreicher Baumaßnahmen in den zurückliegenden Jahren. Die Umlage der Verbandsmitglieder – neben dem Bezirk sind dies der Landkreis Haßberge, die Stadt Ebern und der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern – werde wie bereits 2020 auch im kommenden Jahr 574.900 Euro betragen. Den Schuldenstand der Meisterschule zum 31. Dezember 2020 bezifferte Polst auf 817.441 Euro, 2021 sei eine planmäßige Tilgung von 133.500 Euro geplant, sagte Polst.

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