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Ortstermin auf Frankens Parade-Fluss (4. August 2025)

Bezirkstagspräsident Stefan Funk auf Sommertour mit der Fischereifachberatung

Informierten sich über die ökologische und ökonomische Lage auf dem Main (von links): Bezirkstagspräsident Stefan Funk, Fischereifachberater Michael Kolahsa und Fischer-Präsident Willi Stein. (Foto: Mauritz)

Volkach. (mm) Der Main ist die topografische Lebensader Frankens und einer der schönsten Flüsse des Freistaats, vielleicht einer der schönsten Flüsse Deutschlands. Was diese Erkenntnis angeht, sind sich alle einig: die Binnenschiffer ebenso wie die Naturschützer, die Wassersportler, die Badegäste, die Fischer und die Sommerfrischler sowieso. Aber der vielseitige Gebrauch durch so viele Menschen setzt das Gewässer auch mächtig unter Druck. Über die Lage auf Frankens Parade-Fluss informierte sich Bezirkstagspräsident Stefan Funk am Montag (4. August) auf seiner diesjährigen Sommertour mit der Fischereifachberatung.

Mit einem Boot der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ging es von Volkach flussaufwärts bis zur Schleuse Garstadt bei Bergrheinfeld. Anschauungsmöglichkeiten genug, um sich ein umfassendes Bild von der Gesamtsituation zu machen – etwa über Flusstiefen und ausgebaute Uferstücke, wie sie von den Kapitänen der großen Frachtschiffe geschätzt werden.

Der Güterverkehr auf dem Main ist eine Erfolgsgeschichte, wie Dipl.-Ing. Jörg Huber, Leiter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Main, an Bord des Schiffes den Pressevertretern deutlich machte. Zum zweiten Mal in Folge sei im vergangenen Jahr die Menge transportierter Waren gestiegen. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage habe man 2024 mehr als zwölf Millionen Tonnen Güter befördert. Der Main sei mittlerweile die zweitwichtigste deutsche Binnenwasserstraße nach dem Rhein, so Huber weiter. Insbesondere Baustoffe, Futtermittel und Mineralölerzeugnisse würden auf dem Gewässer, das die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbindet, bewegt. 

Was die Binnenschiffer freut, bereitet den Fischern hingegen Sorgen, denn die Petrijünger legen Wert auf Flussbiegungen und leichte Vorsprünge im Uferbereich, weil die als Rückzugsgebiete für Fische oder Flusskrebse dienen. Hinzu kommt, dass Hochwässer und mehr noch der Wellenschlag großer und kleiner Schiffe ständig an den Uferstellen nagen. Um die unvermeidbaren Interessenskonflikte zwischen Ökonomen und Ökologen zu kompensieren, versuche man vonseiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die ökologischen Aspekte in die Projekte zu integrieren, so Gerd Karreis, beim Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg für Ökologie und Landschaftsplanung zuständig – natürlich in Anlehnung an die EU-Wasserrahmenrichtlinie. 

Die Schiffs-Gesellschaft gondelte vorbei an einer Reihe einschlägiger Beispiele für diese „ganzheitliche Herangehensweise an Wasserstraßenprojekte“. Dazu zählt zum Beispiel die Anlage von so genannten Parallelwerken, lang gezogene Steinwälle, mit denen die Fahrrinne vom Uferbereich abgetrennt wird. Auf diese Weise werden Schiffe und Boote von den Ufern ferngehalten, um Wellenschlag zu vermeiden und die sensiblen Gewässerteile zu schützen.

Gerade diese „Kinderstuben für die Fischbrut“ liegen den Fischern sehr am Herzen, wie Willi Stein als Präsident des Fischereiverbandes Unterfranken betonte. „Fische können nicht um Hilfe rufen!“, kommentiert er die Situation. Ideal wäre es, wenn sich entlang der Gewässerränder offene Bereiche und bewachsene Ufer abwechseln würden. Sensible Altwässer sollten ohnehin für Boote gesperrt und der Freizeitsport dort eingeschränkt werden.

Auch Fischereifachberater Michael Kolahsa beklagte den Rückgang ruhiger Gewässerstellen mit Kiesbänken und Altwässern, in denen Fische heranwachsen könnten. Noch im 19. Jahrhundert habe der Main als artenreichstes Gewässer ganz Deutschlands gegolten. Mit dem Ausbau zur Bundeswasserstraße habe die natürliche Vermehrung der Fische im Main allerdings deutlich nachgelassen. Zugleich seien etliche Arten zugewandert. Zu diesen so genannten „Neozoen“ zählen nicht zuletzt die Schwarzmeer-Grundeln. 

Auch der Wels, der mittlerweile als Speisefisch beliebt ist, war ursprünglich nicht in unseren Gewässern heimisch. Unter Feinschmeckern beliebt sind freilich nicht nur die Welse, sondern auch die meisten anderen heimischen Fische, wie Bezirkstagspräsident Stefan Funk betonte. Der Bezirk sei aus vielerlei Gründen der Fischerei eng verbunden. Und seit Beginn der Fischereifachberatung im späten 19. Jahrhundert habe sich an deren Aufgabe nichts verändert, nämlich „auf die Hebung und gedeihliche Entwicklung der Fischerei im Kreise Unterfranken hinzuwirken“, wie es seinerzeit hieß.

Unter einem ökologischen Blickwinkel sei dies heute wichtiger denn je, so Funk weiter. Süßwasserfisch sei besonders wertvoll, weil er ganz frisch zum Verbraucher gelangt. „Wo heimische Fische angeboten werden, lohnt es sich zuzugreifen!“ In Verbindung mit den hiesigen Winzern und den regionalen Brauereien werde Fisch zu einer besonderen Delikatesse.

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