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Geschichte und Heimat – zwei Seiten der selben Medaille (21. September)

Im Rahmen des Kulturempfangs verlieh Stefan Funk vier Kulturehrenbriefe

Auszeichnung für „langjähriges, ehrenamtliches, außerordentliches Engagement auf kulturellem Gebiet“ (von links): Willi Dürnagel, Cornelia Müller, Maren Dittmann, Hanns Friedrich, Reinhold Albert, Joachim Oberle, Bezirkstagspräsident Stefan Funk, Toni Gernert,  (Foto: Hiller).

Aschach. (hil) „Geschichte ist immer dann besonders spannend, wenn es um die eigene Geschichte geht“, so brachte es Bezirkstagspräsident Stefan Funk beim Kulturempfang des Bezirk Unterfranken am Sonntag (21. September) auf Schloss Aschach mit den Worten von Frederico Fellini auf den Punkt. Denn im Rahmen des Kulturempfangs verlieh der Bezirk Unterfranken auch die Kulturehrenbriefe an ehrenamtliche Kulturschaffende, die sich im Bereich der Geschichtsarbeit engagieren.

Landrat Thomas Bold unterstrich in seinem Grußwort, dass es wohl keinen passenderen Ort für die Überhabe der Kulturehrenbriefe im Bereich historische Vereine und Geschichtsarbeit gäbe, als auf Schloss Aschach. Besonders hob er dabei die vielen Ehrenamtlichen hervor, ohne die die Kulturszene in Unterfranken nicht so wie sie ist existieren könne.

Als Kulturförderer „par excellence“ bezeichnete Bürgermeister Martin Sandwall (Bad Bocklet) die Unterfränkische Kulturstiftung und zitierte Wolfgang Göthe: „Kultur ist nicht Luxus, sie ist das Fundament“.

Seit Sommer 2009 bittet der Bezirk Unterfranken die Kulturschaffenden aus ganz Unterfranken einmal im Jahr zu einem Empfang. Ziel der Veranstaltung sei es, kulturelles Engagement in Unterfranken zu würdigen, betonte Funk. Und dabei legt der Bezirk Unterfranken das Augenmerk jedes Mal auf einen anderen Kultur-Bereich. In diesem Jahr begrüßte Funk die Vertreterinnen und Vertreter der historischen Vereine und an die historisch arbeitenden Persönlichkeiten.

Den ersten Kulturehrenbrief erhielt Willi Dürrnagel. Sein vielfältiges und langjähriges Engagement bezeichnete Funk als legendär. Er sei in 56 Vereinen Mitglied und übe verschiedene Ämter teilweise schon seit Jahrzehnten aus. In seiner privaten Sammlung befänden sich rund 50.000 Bücher, 9.000 Postkarten, 10.000 Ansichtskarten sowie 500 Bilder. „Die Sammlung Willi Dürrnagels ist so etwas wie das Gedächtnis Würzburgs“, attestierte Funk dem geehrten.

Der zweite Kulturehrenbrief ging an den „Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld“. Die 1978 ursprünglich als „Verein zur Förderung des Grabfeld-Museums“ gegründete Vereinigung habe sich nicht zuletzt durch die Aufarbeitung der Heimatgeschichte einen Namen gemacht, so Funk in seiner Laudatio. Ganz besonders freute sich der Bezirkstagspräsident, dass zum Team um die beiden Vereinsvorsitzenden Hanns Friedrich und Reinhold Albert auch der scheidende Bezirksheimatpfleger Prof. Klaus Reder gehört.

Der zweite Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Elsenfeld, Joachim Eberle wurde mit dem dritten Kulturehrenbrief ausgezeichnet. „Joachim Eberle vermittelt Geschichte nicht nur, er lebt sie“, sagte Funk in Richtung des Geehrten. Er schlüpfe seit vielen Jahren in die Rolle des Elsenfelder Nachtwächters und seit einigen Jahren auch in die Figur des Elsenfelder Schultheißen Hans Peter Wämser, so der Laudator. Wichtig sei ihm vor allem auch die Vermittlung von Geschichten an Kinder und Jugendliche, so Funk.

Mit der Erinnerung an den 1788 in Schweinfurt geborenen Friedrich Rückert, der laut Funk zu den größten Söhnen der Region zähle, befasst sich der Friedrich-Rückert-Arbeitskreis Oberlauringen, der für sein Engagement mit dem dritten Kulturehrenbrief geehrt wurde. „Durch die Arbeit des sehr aktiven Arbeitskreises identifizieren sich die Bürgerinnen und Bürger im „Rückert-Dorf Oberlauringen“ mit dem bedeutenden Dichter und Denker“, unterstrich Funk in seiner Laudatio. Neben vielen anderen Aufgaben kümmere sich der Arbeitskreis auch um das Poetikum, das im Jahr 2017 eröffnet wurde. Der langjährige Leiter des Arbeitskreises, Klaus Derleder nahm die Ehrung stellvertretend entgegen.

„Zu den bemerkenswerten Aktionen des Arbeitskreises zählt nicht zuletzt das „Denkmal der mutigen Frauen am Bollwerk Mainmühle“, begann Funk die letzte Laudatio des Tages. Es erinnert an jene Ochsenfurterinnen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs die vom Volkssturm errichteten Barrikaden wegräumten, um den US-Truppen den kampflosen Einmarsch zu ermöglichen. Auch die Skulptur der heiligen Thekla, die seit einigen Jahren über die Alte Mainbrücke wacht, sei auf eine Initiative des Arbeitskreises Geschichte zurück.

Es seien Persönlichkeiten, wie die Geehrten, zu verdanken, dass die unterfränkische Geschichte in Erinnerung bleibe, beendete Funk seine Laudationes und zitierte den spanischen Philosophen George Santayana: „Wer seine Geschichte vergisst, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!“ Damit meinte er: Nur wer sich an seine Geschichte erinnert, kommt nicht in Versuchung, seine Fehler zu wiederholen.

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