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„Sie werden hier gebraucht" (5. November 2025)

Inklusionspreis für den Tierpark Sommerhausen

Sie sind die Erfolgsgaranten im Tierpark Sommerhausen. Die Inklusionspreis-Jury und Bezirkstagspräsident Stefan Funk (rechts) wurden von den Tierparkführern in Sommerhausen restlos von der Bedeutung ihres Projekts überzeugt. (Foto: Hiller)


Sommerhausen. (hil) Gebraucht werden ist wichtig. Das zeigt sich beim Tierpark Sommerhausen auf eindrucksvolle Art und Weise. Für die Inklusionspreis-Jury beim Bezirk Unterfranken war die Entscheidung deshalb in der Kategorie „Arbeit“ schnell getroffen. Im Sommerhäuser Tierpark arbeiten aktuell 32 Menschen mit Behinderung, davon viele als Tierparkführer, tatkräftig mit.

„Mit so viel Liebe und Fachwissen zu allen Tieren, sind Sie eine echte Bereicherung für den Tierpark Sommerhausen“, befand Bezirkstagspräsident Stefan Funk bei der Preisverleihung am Mittwoch (5. November) in Sommerhausen. Vom Erfolg des Inklusionsprojekts, bei dem sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap zu so genannten „Tierparkführern“ ausbilden ließen, überzeugte sich Funk vor Ort.

„Das Projekt hat mir von Beginn an gefallen, weil ich selbst sehr tierlieb bin“, erklärte Funk mit Blick auf seinen Rhodesian Ridgeback „Bo“, den er auch gerne mal mit in Sitzungen nehme. „Da verlaufen die Sitzungen gleich viel ruhiger – und nicht, weil die Mitglieder Angst haben, sondern weil Tiere einfach beruhigend wirken“, so Funk. Behindertenbeauftragte Gerlinde Martin zeigte sich begeistert, dass der mit 2.500 Euro dotierte Preis nach Sommerhausen ging, schließlich sei sie seit Jahren treue Besucherin des Parks mit ihren Enkeln.

Bei der Führung durch den Park wurde schnell klar: die Mitarbeiter lieben ihren Job und bieten den entscheidenden Mehrwert. In welchem Tierpark oder Zoo erfährt man schon etwas über die Familienverhältnisse der Tiere. „Erwin ist unser ältestes Wollschwein – er ist seit Geburt hier und schon seine Mutter hat hier gelebt“, wusste Martina über die drolligen Tierchen zu erzählen, die sich während der Führung von den Gästen unbeeindruckt zeigten und den schwarzen Boden nach herabgefallenen Eicheln durchpflügten.

Lena, die an diesem Tag ihr siebenjähriges Jubiläum im Tierpark beging, ist für die Pflege und Führung der Alpakas zuständig. Sie berichtete von einer Schulter-OP eines ihrer Lieblingstiere. „Sie ist jetzt auch zu dünn, deshalb mische ich ihr jeden Tag ein extra „Alpaka-Müsli“, das schmecke ihr besonders gut. Tierparkführer Michael ergänzte, dass die meisten Tiere eines gemeinsam hätten: „Karotten mögen viele nicht“, so der junge Mitarbeiter. Neben den Führungen und dem Füttern der Tiere, sei die Reinigung der Ställe und die Hufpflege Aufgabe der Mitarbeiter, wie Urgestein Ernst erklärte.

Der Tierpark in Sommerhausen sei ein „Vorzeigeprojekt für Inklusion“, unterstrich Simon Haupt, Geschäftsführer und kaufmännischer Leiter der Mainfränkischen Werkstätten. Nach seiner Einschätzung gäbe es kaum ein vergleichbares Projekt in Deutschland, bei dem über 100.000 Besucher im Jahr Inklusion „live“ erleben könnten. Gerade für Kinder und Jugendliche sei das Zusammenspiel von Inklusion und die Arbeit mit den Tieren ideal, um einen guten Zugang zu Inklusion und Umweltbildung zu bekommen, sagte Thomas Biechele-Kusch, Leiter der angegliederten Umweltstation.

Dass der Tierpark und die Mitarbeiter der Mainfränkischen Werkstätten von Anfang an eine Symbiose bildeten, wurde nach einem kurzen historischen Exkurs von Tierparkleiter Tobias Popp deutlich. „Der Park befand sich in einer schwierigen Situation – die Mitarbeiter der Mainfränkischen Werkstätten haben maßgeblich dazu beigetragen, ihn wieder in Ordnung zu bringen“.  

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