Wo Europa mit Leben gefüllt wird (24. November 2025)
Partnerschaftspreis 2025 an die Zielgruppe Realschulen und Gymnasien verliehen
Freuen sich über die Auszeichnung: Die Siegerinnen und Sieger des diesjährigen Partnerschaftspreises mit ihren Gratulanten sowie Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel und dem Vorsitzenden der Kommission für Europäische Partnerschaften Gerhard Müller (Foto: Jacob).
Würzburg. (fj) „Sie füllen den europäischen Gedanken in Ihren Schulen mit Leben“, so Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel bei der Verleihung des Partnerschaftspreises an die Zielgruppe Realschulen und Gymnasien. „Neben der Sozialhilfe und Hilfe zur Pflege übernehmen wir als dritte kommunale Ebene eben auch andere wichtige Aufgaben, wie die Förderung europäischer Partnerschaften. Ich freue mich, wenn der partnerschaftliche Gedanke auch jenseits von Schule weitergelebt wird“, so Schiebel weiter.
Seit 2002 lobt der Bezirk Unterfranken jährlich den Partnerschaftspreis aus, mit dem die besonderen Verdienste um die europäischen Partnerschaften auf Bezirks- und Gemeindeebene gewürdigt werden. Zunächst ging es nur um deutsch-französische Partnerschaften, seit 2021 wird der Preis auf partnerschaftliche Projekte mit allen Mitgliedsländern der EU und seit 2023 auch für Projekte mit Großbritannien vergeben. Schiebel betonte das herausragende Engagement der Preisträger.
Der mit 1.000 Euro dotierte dritte Preis ging an die Theresia-Gerhardinger-Realschule der Diözese Würzburg in Amorbach. Seit 2016 organisierte die Schule Begegnungen mit Frankreich wie am laufenden Band. Im vergangenen Jahr beteiligte sich die Realschule außerdem am internationalen Sportprojekt „Nos Jeux Olympiques“. Unter der Überschrift „Erinnerungskultur – der gemeinsame Blick“ trafen sich in diesem Jahr die Realschülerinnen und Realschüler aus Amorbach mit einer Jugendgruppe des „Service Jeunesse“ aus Mondeville in der Normandie.
Gerade die große Zahl an Projekten mit verschiedenen Partnerschulen und anderen Einrichtungen überzeugte die Jury. Vorsitzender der Kommission für Europäische Partnerschaften Gerhard Müller hob besonders die künstlerischen Tätigkeiten der Schule hervor: Die Kreativität sollte etwa durch Kunst-Workshops gefördert werden, deren Ergebnisse in beiden Schulen ausgestellt wurden. Auf eine breite Basis wurden die Aktivitäten der Schule dadurch gestellt, dass andere schulische Einrichtungen oder auch externe Partner miteinbezogen wurden.
Den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 1.500 Euro erzielte das Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg. Hier hatte die Jury nicht zuletzt der innovative Charakter der Partnerschaftsaktivitäten überzeugt. Insbesondere wurden dabei gesellschaftsrelevante Themen kreativ aufbereitet. So wurden in der Pause Tapas verkauft, deren Erlös in die Finanzierung von zwei Stolpersteinen floss. Im Rahmen eines Workshops zum Thema Klima und Nachhaltigkeit besuchten die Schülerinnen und Schüler eine Umweltstation oder pflanzten pro Austausch bis zu 150 Bäume. Durch Online-Konferenzen wurde der Kontakt zur Deutschen Schule Toulouse aufrechtgehalten und anlässlich des Deutsch-Französischen Tages fanden jedes Jahr ausgefallene Feierlichkeiten statt. Müller betonte vor allem, dass die Schule breit in Europa engagiert sei, aber auch lokale Aktionen wie die Stolpersteine unterstützen würde.
Zu den Partnereinrichtungen zählten unter anderen die St. Kilian’s Community School in Irland, die Institution Sainte Marie in Caen oder das Instituto de Educación Secundaria de Castilla in Spanien. Vergangenes Jahr nahmen Schülerinnen und Schüler des Grünewald-Gymnasiums am „Prix Hippocrène“ teil. Bei diesem Wettbewerb für europäische Bildung wurden die besten europäischen Partnerschaftsprojekte ausgezeichnet.
Der mit 2.500 Euro dotierte erste Preis wurde an die Main-Limes-Realschule Obernburg verliehen. Die Jury war begeistert vom innovativen Charakter, vom Begegnungscharakter und von der Umsetzung des europäischen Gedankens an dieser Schule. Dafür gab es für die Main-Limes-Realschule Obernburg in allen Kategorien die volle Punktzahl.
Die Obernburger Bildungseinrichtung pflegt einen langjährigen Schulaustausch mit zwei Partnerschulen – mit dem Collège Alphonse Allais in Honfleur und dem Asti Lku Ikastola in Spanien. In anderen europäischen Ländern ist die Realschule an verschiedenen Comenius- und Erasmus-Projekten beteiligt. Manchmal sind bis zu vier Schüler-Delegationen aus den unterschiedlichsten Ecken Europas zu Gast an der Main-Limes-Realschule. Neue Projekte sind für die kommenden Jahre bereits geplant. Bei ihren Projekten griffen die Schülerinnen und Schüler aus Obernburg immer wieder aktuelle gesellschaftliche und politische Themen auf – etwa Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimawandels oder die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Müller sagte: „Obernburg war schon vor zweitausend Jahren europaweit stark vernetzt. Da passt alles zusammen“.
Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel lud abschließend in Richtung der Schülerinnen und Schüler dazu ein, „den europäischen Gedanken hinauszutragen“.
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Zimmernummer: O 56
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