„Je künstlicher die Bilder, desto wertvoller das Echte“ (17.Dezember 2025)
Josef Lamber schoss unterfränkisches Presse-Foto 2025 – „Fränkisches Lebensgefühl“
Ausnahmsweise einmal vor der Kamera – die Preisträger und ihre Sieger-Bilder (vorne von links): Thomas Obermeier und BJV-Bezirksvorsitzender Ralph Bauer, (hinten, von links): Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel, Josef Lamber, Patty Varasano und Karl-Josef Hildenbrand. (Foto: Mauritz)
Würzburg. (mm) „Tracht hält dicht.“ So lautet der Titel einer Aufnahme von Josef Lamber, die jetzt beim Wettbewerb „Pressefoto Unterfranken“ zum „Foto des Jahres 2025“ gekürt wurde. Die Jury lobte bei der Preisverleihung am Donnerstag (17. Dezember 2025) in Würzburg insbesondere den Bildaufbau des Fotos, das beim traditionellen Rakoczy-Fest in Bad Kissingen aufgenommen worden war. Während des diesjährigen Festumzugs am letzten Juli-Wochenende gingen gleich mehrere heftige Regenschauer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nieder. Der guten Laune tat dies offensichtlich keinen Abbruch. Darin zeige sich wahres, fränkisches Lebensgefühl, urteilte das Preisgericht.
Presse-Fotografinnen und Fotografen aus ganz Unterfranken hatten sich mit rund hundertfünfzig Bildern an dem vom Bayerischen Journalisten-Verband Mainfranken und dem Bezirk Unterfranken initiierten Wettbewerb beteiligt. Unterstützt wurde die Foto-Schau auch vom Bayernwerk, den Sparkassen Mainfranken (Würzburg), Schweinfurt und Aschaffenburg-Alzenau, der Universität Würzburg und der Stadt Würzburg.
Das entscheidende Kriterium für Pressefotos sei deren Zuverlässigkeit, machte Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel in seinem Grußwort deutlich. Ein gutes Foto sei glaubhaft und authentisch, sagte er. Fotografinnen und Fotografen wollten mit ihren Bildern sagen: „So war’s!“ Freilich sei der Blick durch das Objektiv einer Kamera immer auch subjektiv. Für den Journalismus bedeute dies ein großes Maß an Verantwortung – insbesondere in Zeiten, in denen es aufgrund der technischen Möglichkeiten künstlicher Intelligenz immer schwieriger werde, glaubhafte Bilder zu erzeugen. Vor diesem Hintergrund appellierte Schiebel an das journalistische Berufsethos. „Dies ist meine Botschaft am heutigen Abend“, sagte Schiebel.
BJV-Bezirksvorsitzender Ralph Bauer konnte der Flut KI-generierter Bilder auch etwas Positives abgewinnen: „Je künstlicher die Bilder werden, desto wertvoller wird das Echte“, betonte er in seinem Grußwort. Künstlich erzeugte Bilder kämen wie aus dem Nichts: „perfektes Licht, perfekte Komposition – und manchmal perfekt falsche Realitäten“, sagte er. Im Gegensatz dazu seien Fotos, wie sie beim Pressefoto-Wettbewerb ausgezeichnet würden, mehr als nur schöne Bilder. Diese Aufnahmen seien der Blick eines echten Menschen auf die wirkliche Welt – „und nicht der Mittelwert von Millionen von Datensätzen“. Die künstliche Intelligenz wisse, wie etwas aussehe, Pressefotografen wüssten, was das bedeutet.
Neben dem „Foto des Jahres“ zeichnete die Jury die besten Bilder in sieben weiteren Kategorien aus: „Beste Serie“ („Windrad-Repowering“ von Pia Bayer), „Unterfranken – Land und Leute“ („Frostige Beute“ von Patty Varasano), „Umwelt & Energie“ („Sommerregen und Getreide“ von Thomas Obermeier), „Sport“ („Kampfgeist“ von Patty Varasano), „Kultur“ („Clavigo“ von Thomas Obermeier), „Universität & Wissenschaft“ („Zum Läuse-Melken“ von Pia Bayer) sowie den „Preis der Stadt Würzburg“ („Roomservice“ von Karl-Josef Hildenbrand).
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Marco Gorencic von der Musik-Schule Würzburg und seinen beiden Söhnen Karl und Hans. Das Trio begeisterte mit ihren swingenden Tönen aus zwei Klarinetten und einer Trompete.
Ansprechpartner:
Zimmernummer: O 56
Zimmernummer: O 56
Zimmernummer: O 56


