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Unter Wasser herrscht ein „trauriges Bild“ (10. März 2014)


Erster Fischzustandsbericht für Bayern – Auch in Unterfranken sind viele Arten gefährdet


FischzustandsberichtBayern

Überall in Bayern haben in den vergangenen Jahren Experten Daten über die Fischfauna eingeholt. Das Archivbild zeigt den unterfränkischen Fischereifachberater Dr. Wolfgang Silkenat (rechts) zusammen mit Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Mitte) und Rudolf Schlund von der Hegefischereigenossenschaft Lohr. (Foto: Mauritz)


Würzburg. (mm) Exakt 37 Fischarten gab es ursprünglich in Unterfranken, fast achtzig in ganz Bayern. Doch viele von ihnen sind aufgrund der Beeinträchtigungen ihrer Lebensräume bedroht. In den vergangenen zwanzig Jahren sind die Fischbestände deutlich zurückgegangen: in Unterfrankens Gewässern schwimmen nur noch 28 der früher hier heimischen Arten. Ausgestorben sind zum Beispiel der Atlantische Stör, der Lachs oder das Meerneunauge. Dies geht aus dem aktuellen Fischzustandsbericht hervor, der jetzt von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft herausgeben wurde und an der unter anderen Dr. Wolfgang Silkenat, der Fischereifachberater des Bezirk Unterfranken, mitgearbeitet hat.

Kompakt und leicht verständlich stellt die knapp fünfzigseitige Broschüre, die es im Internet auch zum Downloaden gibt, die aktuelle Lage der heimischen Fischfauna dar. „Und diese Lage ist nicht sehr erfreulich“, resümiert Silkenat die Ergebnisse der Untersuchung. Ihr Hauptaugenmerk legt die Studie auf die Beurteilung von Fließgewässern, weil dort die Fische deutlich mehr und wesentlich stärkeren Einflüssen ausgesetzt sind als in Seen.

Wie es in der Untersuchung heißt, zeichne die bayerische Rote Liste der Fische ein „trauriges Bild des Gefährdungsstatus“. Danach würden 77 Prozent der heimischen Fischarten auf der Grundlage von Experteneinschätzungen in einer der verschiedenen Gefährdungskategorien aufgeführt. „Ohne die seit vielen Jahren durch Fischereivereine, Fischereiverbände und Fischereiverwaltungen durchgeführten bestandsstützenden Maßnahmen wären viele Fischarten noch weitaus stärker bedroht“, befürchtet Silkenat. Ursache für die prekäre Lage unter Wasser seien die häufig in Kombination auftretenden Beeinträchtigungen der heimischen Gewässer. Dazu zählt der Fischereiexperte vom Bezirk Unterfranken insbesondere „den Gewässeraufstau für die Wasserkraft, die Belastung durch Abwässer und speziell in Unterfranken nicht zuletzt die Fressfeinde wie zum Beispiel den Kormoran“.

Der Fischzustandsbericht beschränkt sich aber nicht nur auf die Analyse, sondern zeigt auch Maßnahmen, die zur Verbesserung des Ökosystems und zum Schutz der Fische erforderlich wären. Als Datengrundlage diente das von 2004 bis 2011 in Zusammenarbeit den Fachberatungen für Fischerei der bayerischen Bezirke, dem Landesamt für Umwelt, dem Landesfischereiverband Bayern e.V. und dem Institut für Fischerei der Landesanstalt für Landwirtschaft durchgeführte Fisch-Monitoring zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Als Vergleich diente die von 1989 bis 1997 bayernweit durchgeführte Fischartenkartierung.

Der erstmalig erstellte Bericht ist bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft unter folgendem Link erhältlich: http://www.lfl.bayern.de/publikationen/index.phpexterner Link.
 

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