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"Wesentlicher Teil unseres kulturellen Erbes" (24. Juli 2014)

Bezirk Unterfranken verleiht sechs Förderpreise zur Erhaltung historischer Bausubstanz
 

Bausubstanz2014

Ein Grund zum Feiern: Die Preisträger des „Förderpreis der Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz“ präsentieren gemeinsam mit Vertretern des Bezirkstags von Unterfranken ihre Auszeichnungen. (Foto: Mauritz)
 

Gerolzhofen. (mm) Den mit insgesamt 150.000 Euro dotierten „Förderpreis der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz“ hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel am Donnerstag (24. Juli 2014) in Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt) an die Eigentümer der sechs in diesem Jahr ausgezeichneten Gebäude vergeben. Den Preis teilen sich demnach Sabine Andres und Ralf Hofmann für die Sanierung und Revitalisierung der Bramberger Mühle in Ebern (Landkreis Hassberge), die Gemeinde Eichenbühl für die Sanierung des alten Schulhauses im Ortsteil Heppdiel (Landkreis Miltenberg), der Kleintierzuchtverein Hendungen für die Instandsetzung der ehemaligen Kinderbewahranstalt in Hendungen (Landkreis Rhön-Grabfeld), Uwe und Elfriede Teutsch für die Sanierung eines Fachwerkhauses in der Weiße Turmstraße in Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt), Gisbert Volkmer und Andreas Schröder für die Sanierung des so genannten Kirchnerhauses in Aschaffenburg und schließlich die Marienstiftung Würzburg für die Generalsanierung einer Jugendstilvilla in der Neubergstraße in Würzburg.

Dotzel zitierte in seiner Laudatio eine Tageszeitung, die kürzlich unter dem Titel „Luxus-Immobilien haben Hochkonjunktur“ von den gewaltigen Renditen nobler Wohnungen in Ballungsräumen berichtet hatte. Im Gegensatz dazu stünde bei den Preisträgern zur Erhaltung historischer Bausubstanz weniger der Marktwert ihrer Immobilien, sondern vielmehr der ideelle Wert im Vordergrund. Es gehe schließlich im Leben nicht nur um Wirtschaftszyklen und Konjunkturentwicklungen, es gehe vor allem um die ideellen Werte, sagte Dotzel.

„Die Bauwerke, die uns frühere Generationen hinterlassen haben, sind nicht einfach eine Geldanlage. Sie sind vielmehr ein wesentlicher Teil unseres kulturellen Erbes“, so der Bezirkstagspräsident weiter. Architektur sei schon immer ein Mittel gewesen, die Landschaft zu gestalten und die Welt zu interpretieren. Das sei es, was alte Gebäude zu herausragenden Denkmälern mache. Die Erhaltung historischer Gebäude sei daher von zentraler Bedeutung.

Landrat Florian Töpper (Landkreis Schweinfurt) erinnerte in seinem Grußwort an den Bürgersinn, den der engagierte Schutz alter Gebäude von den Eigentümern verlange. Denkmalschutz sei ein sichtbares Bekenntnis zur Heimat, sagte Töpper. Dass die Preisverleihung in diesem Jahr in Gerolzhofen stattfinde, zeige die hohe Wertschätzung des Bezirks für dieses „architektonische Kleinod im Landkreis Schweinfurt“, sagte der Landkreis-Chef.

Bürgermeister Thorsten Wozniak (Gerolzhofen) bezeichnete in seinem Grußwort den Denkmalschutz als „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Es komme zum einen darauf an, sich des kulturellen Erbes bewusst zu werden und zugleich historische Gebäude mit Leben zu füllen.

Generalkonservator Mathias Pfeil zielte in seinem Festvortrag in die gleiche Richtung. „Denkmäler haben immer gelebt. Sie befanden sich nie unter einer Glaskuppel“, sagte Pfeil. In den historischen Kernen europäischer Altstädte habe sich seit jeher das Leben abgespielt. Anders als etwa in US-amerikanischen Städten fänden sich hier Arbeitsplätze, Einkaufsläden und Wohnungen in nächster Nachbarschaft und seien zu Fuß zu erreichen. Gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen sah der Generalkonservator hierin ein optimistisch stimmendes Zukunftsmodell, wie er sagte.

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