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Startschuss für ein Jahrhundert-Projekt (2. Februar 2015)


Europaweiter Architekten-Wettbewerb für BKH Lohr – Generalausbauplan für Klinikgelände


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Noch existiert das künftige Gebäude-Ensemble auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses Lohr am Main nur als Modell. Dennoch lösen die Pläne schon jetzt Begeisterung aus (von links): Bürgermeister Dr. Mario Paul, Pflegedirektorin Marianne Schaffarczik, Geschäftsleiter Rainer Klingert, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Krankenhausdirektor Bernd Ruß und Ärztlicher Direktor, Prof. Dominikus Bönsch. (Foto: Mauritz)
 

Lohr am Main. (mm) Mit einem Entwurf des Berliner Architektur-Büros „Baumschlager Eberle“ will das Bezirkskrankenhaus Lohr am Main in die Zukunft starten. Das international renommierte Architekten-Duo habe sich bei einem europaweiten Wettbewerb für die Neustrukturierung des Krankenhauses klar durchgesetzt, hieß es am Freitag (30. Januar) auf einer Pressekonferenz in Lohr. Ursprünglich hatten sich 61 Planungsteams an diesem Wettbewerb beworben, von denen 17 ihre Entwürfe einreichten. Der zweite Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft „Huber Staudt“ ebenfalls aus Berlin, Dritter wurde das Team von „Köppen Rumetsch Architekten“ aus Nürnberg. Dotiert war der Wettbewerb mit insgesamt 270.000 Euro, wobei die Hälfte davon als so genanntes Bearbeitungshonorar ausgeschüttet wurde.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel betonte, dass sich die Jury aus Vertretern des Bezirks, der Stadt Lohr, der Krankenhausverwaltung sowie unabhängigen Architekten und Stadtplanern einstimmig für das Konzept entschieden habe. Dotzel sah in dem vom Architektur-Büro Gregor Bäumle (Darmstadt) organisierten Wettbewerb „eine hervorragende Grundlage für die abschnittsweise Modernisierung der einzelnen Krankenhausbereiche“. Den Anfang solle zunächst ein Zentrum für Gerontopsychiatrie machen. Bis dieses „Jahrhundertprojekt“ vollständig umgesetzt sei, werden nach seiner Einschätzung mindestens zehn Jahre vergehen.

Als erstes stehe nun die Abstimmung mit dem Freistaat auf der Agenda, ergänzte Rainer Klingert, der Geschäftsleiter der Krankenhäuser und Heime, um das Projekt „auf die Förderschiene zu heben“. Dann müsse es in das so genannte Jahreskrankenhaus-Bauprogramm des Freistaats aufgenommen werden. Wenn alles nach Plan laufe, könnte das Zentrum für Gerontopsychiatrie im ersten Halbjahr 2016 finanziell abgesichert und die HU-Bau erstellt werden. Der erste Spatenstich könnte dann eventuell im Jahr 2017 erfolgen. Zur Höhe künftiger Baukosten lasse sich momentan „noch absolut nichts“ sagen, betonte Klingert. Das einstimmige Votum des Preisgerichts „wird es uns aber leichter machen, München von der Bedeutung des Projekts zu überzeugen“.

Der Jury-Vorsitzende Dr. Eckhart Rosenberger bezeichnete in seinem Statement den Wettbewerb als eine „sehr reizvolle, aber auch sehr schwierige Aufgabe“. Das Krankenhaus stamme in seiner Kernsubstanz aus den Jahren 1910 bis 1912. Aus denkmalpflegerischer Sicht stelle das im Pavillonstil errichtete Ensemble eine „schützenswerte Gesamtanlage“ dar, deren Charakter unbedingt gewahrt werden solle. Insofern habe das Preisträger-Büro durch einen sensiblen Umgang mit dem Gebäudebestand überzeugt. „Die Arbeit besticht durch ihre Rückbesinnung auf die Werte der historischen Anlage“, sagte Rosenberger. Zwei „sensibel eingefügte Neubauten“ an der Südseite hätten eine „moderne und klare Haltung“ und fügten sich gleichzeitig den Regeln des bestehenden Städtebaus, „indem sie als schmale Langbauten mit einer gläsernen Fuge an zwei denkmalgeschützte Altbauten angebunden werden“, lobte Rosenberger. Diese Einschätzung sei auch von sachverständigen Mitarbeitern der Denkmalpflege geteilt worden.

Krankenhausdirektor Bernd Ruß machte noch einmal deutlich, dass das Bezirkskrankenhaus Lohr „räumlich seine Kapazitätsgrenzen überschritten“ habe und es darum gehe, „eine moderne Psychiatrie mit den über hundert Jahre alten Bauten in Einklang zu bringen“. Mit diesem Wettbewerb „werden wir eine neue, spannende Seite in das Geschichtsbuch des BKH schreiben“, prophezeite Ruß. Der Ärztliche Direktor, Prof. Dominikus Bönsch, wies darauf hin, dass der Wettbewerb Lösungen erbrachte habe, „die uns so nicht eingefallen wären“.

Bürgermeister Dr. Mario Paul lobte den Sieger-Entwurf als einen „gelungenen Brückenschlag des Bezirkskrankenhauses zur Stadt“. Aus Sicht Lohrs stehe er „hundertprozentig“ hinter den Ausbauplänen. Er lobte die „tolle Atmosphäre“, die während der zweitägigen Jury-Sitzung geherrscht habe. Den Sieger-Entwurf nannte er „eine Lösung, die zu Lohr passt“.

Für den geplanten ersten Bauabschnitt, das Gerontopsychiatrische Zentrum mit einer Nutzfläche von etwa 4.500 Quadratmetern, solle nach Abstimmung mit den Förderbehörden eine konkrete Planung erarbeitet werden. In der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin in Lohr am Main werden jährlich mehr als 5.000 Patienten mit seelischen Problemen oder Suchterkrankungen stationär und teilstationär auf 16 Stationen behandelt.
 

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