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19488_kulturarbeit

Förderpreis Jahr 2010


Förderpreis der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken
zur Erhaltung historischer Bausubstanz 2010

 


Landkreis Miltenberg

 Denkmalpreis2010_LandkreisMiltenberg



Objekt:
Altes Rathaus, Hauptstraße 131 in Stadtprozelten
Flurstücksnummer: 173
Eintrag in die Denkmalliste: "Rathaus, 1520, mit verschiefertem Eckturm und Erkerturm; 1621 umgebaut; mit historischer Ausstattung."


Begründung und Würdigung:
Das historische Rathaus, ein Renaissancebau mit hohem Giebel, Treppenturm und Stadtuhr, ist trotz teilweiser baulicher Veränderung in seiner Grundstruktur und seinen wesentlichen Ausformungen erhalten. Eine Umgestaltung erfolgte 1621, der letzte Rathausumbau mit Sanierung fand 1970 statt.

Heute beschränkt sich die Nutzung auf den repräsentativen Ratssaal, der für Stadtratssitzungen, Feierlichkeiten und Trauungen genutzt wird. Zukünftig soll das alte Rathaus als Zentrum des öffentlichen Lebens den Altort bereichern und Veranstaltungen und Vereinsarbeit offen stehen. Das Archiv soll aus dem Dachgeschoss ausgelagert werden; als krönender Abschluss ist die Sanierung der historischen Stadtuhr vorgesehen.


Preisträgerin:
Stadt Stadtprozelten
 


Landkreis Rhön-Grabfeld

Denkmalpreis2010_LandkreisRhönGrabfeld


Objekt:
Burgruine Osterburg in Bischofsheim a. d. Rhön
Flurstücksnummer: 2000
Eintrag in die Denkmalliste: "Burgruine Osterburg, ehemalige Hochburg, erbaut vor 1182; Stumpf eines runden romanischen Bergfrieds; Grundmauern mit Zwinger- und Toranlage, Reste des Außenberings im Westen und Süden z.T. noch als dicke Füllmauern mit kräftig gequaderten Außenwänden. Übriges aufgehendes Mauerwerk, Rekonstruktion von 2001-2009."


Begründung und Würdigung:
Die heutige Burgruine Osterburg erhob sich mit ihren Doppeltürmen weithin sichtbar auf einer Bergkuppe oberhalb einer wichtigen Altstraße. Sie symbolisierte die Macht des Landesherrn, des Bischofs von Würzburg. Mächtige Mauern boten mehreren Familien Schutz, die ihre Wohnanlagen in der Osterburg hatten.

Im Jahr 2005 wurde ein Konzept mit einem mehrjährigen Maßnahmekatalog erstellt. Nachdem im Sommer 2006 der vorgezogene Baubeginn genehmigt wurde, begannen im Jahre 2007 die beiden ersten Bauabschnitte. Diese umfassten den Torbau, den Rundturm, den Ostzwinger, den Viereckturm und den Südzwinger.

Bei den Restaurierungsarbeiten wirkten die Mitglieder des Vereins „Freunde der Osterburg e.V.“ in vorbildlicher Weise mit. Durch die Maßnahme konnte ein wertvolles Baudenkmal vor dem Untergang bewahrt und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.


Preisträgerin:
Stadt Bischofsheim a. d. Rhön
 


Landkreis Schweinfurt

Denkmalpreis2010_LandkreisSchweinfurt


Objekt:
Ehemaliger Ebrachischer Zehnthof, Herlindenstraße 27 in Herlheim 
Flurstücksnummer: 36
Eintrag in die Denkmalliste: "Eingeschossiges Satteldachhaus mit dekorierten Fensterrahmungen, 1689; Pforte, bez. 1800; Scheune, bez. 1646."


Begründung und Würdigung:
Das Bauernanwesen war ehemals einer der Ebrachischen Zehnthöfe des Ortes. Es ist heute der einzige im Bestand erhaltene Hof und damit eines der wenigen noch erhaltenen ortsbildprägenden Gebäude von Herlheim. Das Fachwerkwohnhaus wurde 1777 barock umgestaltet.

Nach langjährigem Leerstand erwarb Familie Matthias Braun das Anwesen im Jahre 2000. Alle Teile des Anwesens wurden und werden unter Beibehaltung der Struktur weitestgehend in Eigenleistung renoviert. Dabei wurde Erhaltenswertes berücksichtigt und nur das unbedingt Notwendige behutsam erneuert. Dazu wurde im Anwesen ein Lehmbauseminar abgehalten, um auch anderen Besitzern historischer Bauten das Wiedererlernen dieser Techniken zu ermöglichen. Dadurch entstand die "Interssengemeinschaft für Bauwerkerhalt, Umwelt und Kulturpflege e.V.".

Zusätzlich korrigierte man „Bausünden“ der Nachkriegszeit im Bereich der Fenster und der Dachumdeckung.


Preisträger:
Matthias Braun
 


Stadt Aschaffenburg

Denkmalpreis2010_StadtAschaffenburg 


Objekt:
Altstadtfriedhof mit jüdischem Friedhof, Güterberg/Kirchhofweg in Aschaffenburg
Flurstücksnummern: 982; 989; 1003; 1005
Eintrag in die Denkmalliste: "(Güterberg 12, 14) Friedhof, angelegt 1809, mit späteren Erweiterungen; Leichenhaus, historisierend, 1913; zahlreiche Grabdenkmäler und Gruftkapellen von der klassizistischen Zeit bis zum Jugendstil; Kriegerdenkmal von Sonnleitner, bez. 1923-24. (Kirchhofweg 6) Jüdischer Friedhof; Leichenhaus, um 1900; Grabsteine."


Begründung und Würdigung:
Der Altstadtfriedhof wurde 1809 auf Betreiben des Fürstprimas Karl-Theodor von Dalberg als sogenannter „Reformfriedhof“ errichtet. Noch heute lässt sich seine ursprüngliche reformerische Grundstruktur gut ablesen. Durch seine ununterbrochene Nutzung im Laufe der letzten 200 Jahre hat sich der Friedhof fest im geschichtlichen Bewusstsein der Stadt verankert. Dazu trägt auch ein beschilderter Rundweg zu Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten bei sowie die Möglichkeit, Patenschaften für künstlerisch oder historisch wertvolle Gräber zu übernehmen.

Der 1890 errichtete neue innerstädtische jüdische Friedhof mit einem Taharahaus ist heute ein beredter Zeuge jüdischen Lebens in der Stadt.

Beide Friedhöfe bilden ein einmaliges Ensemble der Sepulkralkultur.


Preisträgerin:
Stadt Aschaffenburg
 


Stadt Würzburg

  Denkmalpreis2010_StadtWürzburg


Objekt:
"Zur Stadt Kitzingen", Pleicherschulgasse 3 in Würzburg
Flurstücksnummer: 9038
Eintrag in die Denkmalliste: "'Zur Stadt Kitzingen', dreigeschossiges Eckhaus mit vorspringenden Obergeschossen, Fachwerk verputzt, Hauptgebäude 1600 (d), Ostflügel 1800 (d) verlängert."


Begründung und Würdigung:
Das stattliche dreigeschossige Anwesen entstand in drei Bauabschnitten in den Jahren um 1600, um 1800 und 1895. Das verputzte Fachwerkhaus ist ein Dokument der bürgerlichen Wohnkultur Würzburgs im 18. Jahrhundert: Intarsienfußböden, Lamperien und die aufwändigen Fensterumrahmungen geben Auskunft über den Lebensstandard der Besitzer und über die Handwerkskunst, auch in einem weniger begüterten Viertel der barocken Stadt.

Das Bürgerhaus mit Gaststätte hat als eines der wenigen den Bombenangriff vom 16. März 1945 überstanden. Seit dieser Zeit fanden kaum Modernisierungen statt. Haustechnik und Einrichtungen sind ebenfalls auf dem Stand von vor 1945 und machen umfangreiche Sanierungs- und Reparaturarbeiten in dem seit einigen Jahren leer stehenden Gebäude zwingend erforderlich.

Die Stadt Würzburg hat ein soziales Nutzungskonzept erarbeitet, welches die fast unveränderte Erhaltung des Gastraums „Zur Stadt Kitzingen“ als oberstes Ziel hat. Als Senioren-“Bäck“ bzw. Begegnungsstätte soll dort ein Raum für öffentliche und private Nutzung entstehen.


Preisträgerin:
Stadt Würzburg

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Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klaus Reder M.A.
Silcherstraße 5
97074 Würzburg
Tel: 0931 7959-1424
Fax: 0931 7959-2424