Bitte stellen Sie Ihre Schriftgröße ein:              

Kontrastfunktion aktivieren:  

19488_kulturarbeit

Förderpreis Jahr 2006


Förderpreis des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz 2006
 


Landkreis Aschaffenburg

Außenansicht Nöthigsgut in Großostheim


Objekt:
Nöthigsgut Großostheim, Marktplatz 1 in Großostheim
Flurstücksnummer: 75
Eintrag in die Denkmalliste: Nöthighof, geschlossene unregelmäßige Vierflügelanlage, zwei Fachwerk-Wohnbauten mit Treppentürmen, bezeichnet 1571 und 1579 sowie 1629; Hoftor; Ökonomiegebäude.


Begründung und Würdigung:
Der einstige domprobsteiliche Lehenshof ist heute wesentlicher Teil des Marktplatzensembles in Großostheim. Das dazugehörige Gotische Haus ist das älteste Gebäude im Landkreis Aschaffenburg. Seit vielen Jahren ist der Markt Großostheim insbesondere um die Sanierung des Nöthigsgutes bemüht. Der Hof soll für Feste, Empfänge, Ausstellungen und Kleinkunstdarbietungen genutzt werden. Im Nöthigsgut ist bereits das Bachgaumuseum untergebracht.


Preisträger:
Markt Großostheim
 


Landkreis Bad Kissingen

Außenansicht ehemaliger Judenhof in Bad Kissingen


Objekt:
Zwei Wohnhäuser im ehemaligen Judenhof, Bachstraße 5c und 5d in Bad Kissingen
Flurstücksnummer: 265-273, hier 268 und 269
Eintrag in die Denkmalliste: Ehemaliger Judenhof, ursprünglich einheitliche Wohnanlage um viereckigen Binnenhof, Teil des ehemaligen Erthaler Hofes, 17. Jahrhundert.; Nummer 3 aufgestockt (Nummern 5e, f und 7 1983 und 1994 erneuert).


Begründung und Würdigung:
Die beiden Wohnhäuser in der Bachgasse 5c und 5d sind Teile des ehemaligen Judenhofes von Bad Kissingen. Der Gebäudekomplex wurde 1804 neu errichtet beziehungsweise instand gesetzt. Bereits im 18. Jahrhundert zählte das Anwesen zu den Liegenschaften der Freiherren von Erthal. Der Gebäudekomplex erfuhr im Laufe der Zeit tiefgreifende Veränderungen: Verschiedene Gebäude wurden abgerissen, unter anderem die wahrscheinlich älteste Synagoge Kissingens. Klaus Löffler sorgte mit großem Aufwand für die Sanierung der beiden Wohnhäuser in der Bachgasse und damit für die Rettung der letzten Gebäude des Judenhofes.


Preisträger:
Klaus Löffler
 


Landkreis Haßberge

Außenansicht Ämtergebäude in Ebern


Objekt:
Ämtergebäude Ebern, Rittergasse 3 in Ebern
Flurstücknummer: 13/2, 13/3, 13/4, 14/2
Eintrag in die Denkmalliste: Ehemaliger fürstlicher Schüttboden und Landratsamt, dreigeschossiger Bau mit Volutengiebeln, um 1700; hierzu Stadtmauer.


Begründung und Würdigung:
Das barocke Ämtergebäude kam 1814 in den Besitz des Königreiches Bayern. 1862 wurde es zum Amtsgebäude für das Landgericht und das Bezirksamt umgebaut. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten in den frühen 1960er Jahren ist es seit 1972 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ebern. Nachdem die Zweigstelle des Amtsgerichts nach Haßfurt verlegt wurde, mussten weitere Nutzer für das Gebäude gefunden werden, um den langfristigen Erhalt zu sichern und die Stadt mit Leben zu füllen. Der Verwaltungsgemeinschaft Ebern ist es gelungen, sich für die Nutzung des Gebäudes einzusetzen: Neben der Finanzverwaltung und der Kfz-Zulassungsstelle ist eine Augenarztpraxis im Gebäude untergebracht.


Preisträgerin:
Stadt Ebern
 


Landkreis Kitzingen

Außenansicht Winzerhof in Volkach-Fahr


Objekt:
Winzerhof, Blütenstraße 11 in Volkach-Fahr
Flurstücksnummer: 31
Eintrag in die Denkmalliste: Winzergehöft, zweigeschossiges traufseitiges Satteldachhaus mit Fachwerkobergeschoß, bezeichnet 1629; Stallscheune, 17./19. Jahrhundert.; Kellergebäude, 17./18. Jahrhundert.; Stallungen, 19. Jahrhundert.


Begründung und Würdigung:
Zwei Merkmale des stattlichen Winzerhofes seien erwähnt: Im Zuge der Barockisierung wurde das Zierfachwerk überputzt und die Fenstergewände und Umrahmungen der Putzfassade angepasst. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind einige Räume mit hochwertigen, mehrschlägigen Schablonenmalereien ausgestattet. Das Ehepaar Sendner schafft hier mit großem Engagement privaten Wohnraum und möchte den ehemaligen Winzerhof auch als Häckerwirtschaft nutzen.


Preisträger:
Doris und Erich Sendner


Sie können weitere Fotos des Winzerhofes mittels Diashow ansehen:

DiashowDenkmalpreis 2006 Landkreis Kitzingen

 


Landkreis Main-Spessart

Außenansicht ehemaliger Bauernhof in Retzbach


Objekt:
Ehemaliger Bauernhof, Hauptstraße 3 in Retzbach
Flurstücksnummer: 315
Eintrag in die Denkmalliste: Ehemaliger Bauernhof, Wohnhaus mit verputztem Fachwerk, Schopfwalmdach, 17./18. Jahrhundert; rückwärtig Teil der Ortsmauer, Bruchstein, spätmittelalterlich.


Begründung und Würdigung:
Die typischen Gestaltungselemente des fränkische Bauern- und Häckerhofes lassen darauf schließen, dass es sich einst um eine bedeutende Hofstelle handelte. Edith Stegerwald erbte die Hofanlage und war aufgrund ihrer persönlichen Bindung an dem Erhalt des Denkmals besonders interessiert. Die Sanierung wurde von Familie Stegerwald entsprechend mit großem Einsatz durchgeführt.


Preisträgerin:
Edith Stegerwald
 


Landkreis Miltenberg

Außenansicht Debonhaus in Amorbach


Objekt:
Debonhaus, Marktplatz 15 in Amorbach
Flurstücksnummer: 685
Eintrag in die Denkmalliste: Bürgerhaus, Fachwerkbau, 17. Jahrhundert.


Begründung und Würdigung:
Das Debonhaus ist ein stattliches Bürgerhaus inmitten Amorbachs. Es zählt zu den bedeutendsten profanen Baudenkmälern der Stadt. Durch seine Lage am Marktplatz ist das Debonhaus sowohl Treffpunkt der Bürger von Amorbach als auch touristischer Anziehungspunkt. Die Stadt hat durch ihr hohes kommunales Engagement mit dem Konzept zur Sanierung des Anwesens einen wesentlichen Beitrag zur Denkmalpflege geleistet. Das Debonhaus zeigt in der Gesamtschau mit dem Rathaus den vorbildlichen Einsatz der Stadt Amorbach für die Erhaltung der städtischen Baukultur.


Preisträgerin:
Stadt Amorbach
 


Landkreis Rhön-Grabfeld

Außenansicht ehemaliges Zehnthaus in Niederlauer


Objekt:
Ehemaliges Zehnthaus mit Nebengebäuden, Hauptstraße 23 in Niederlauer
Flurstücksnummer: 3
Eintrag in die Denkmalliste: Ehemaliges Zehnthaus, Steinbau mit geschweiftem Giebel, 1627 (d) über dem Kernbau von 1558, Pforte bezeichnet 1579, Portal bezeichnet 1694.


Begründung und Würdigung:
Der Zehnthof in Niederlauer war ein Amtshaus des Klosters Maria-Bildhausen. Auf dem als Dreiseithof angelegten Anwesen befindet sich unter der Scheune der große Zehntkeller mit seinen historischen Einbauten. Zwei Stallgebäude und ein Backhaus runden das Ensemble ab. Innerhalb des Anwesens nimmt das ehemalige Zehnthaus eine herausragende Stellung ein. Es ist durch die 2002 durchgeführte Befunduntersuchung und einer Abschlussarbeit der Universität Bamberg dokumentiert. Die Sanierungsmaßnahmen erbrachte Familie Schmitt zum größten Teil in finanzieller und handwerklicher Eigenleistung. Seither erhält sie das Anwesen in eindrucksvoller Weise.


Preisträger:
Edgar Schmitt
 


Landkreis Schweinfurt

Ehemaliger Brauereigasthof in Kolitzheim-Herlheim


Objekt:
Ehemaliger Brauereigasthof "Zum Hirschen", Poststraße 1 in Kolitzheim-Herlheim
Flurstücksnummer: 98


Begründung und Würdigung:
Der ehemalige Brauereigasthof „Zum Hirschen“ war 1670 bis 1803 im Besitz des Klosters Ebrach. Er wurde als Brauhaus und Herberge genutzt. Im Jahr 1677 verordnete das Kloster die Sanierung. Vom Vorgängerbau blieben unter anderem der ausgedehnte Gewölbe- und der Eiskeller erhalten. 1718 erfolgte die Barockisierung. 1803 ging das Anwesen in Privatbesitz über. Das Brauhaus wurde 1933 abgebrochen. Ein Krüppelwalmdach und ein repräsentatives Eingangsportal zieren das nach wie vor bestehende Haupthaus. Familie Graf saniert den ehemaligen Brauereigasthof und bringt umfangreiche Eigenleistungen ein. Weitere Erhaltungsmaßnahmen im Inneren des Gebäudes sollen folgen, um die geplante Nutzung als „Zuckermuseum“ realisieren zu können.


Preisträger:
Renate und Edwin Graf
 


Landkreis Würzburg

Außenansicht Anwesen Obere Hauptstraße in Thüngersheim


Objekt:
Giebelhaus, Obere Hauptstraße 18 in Thüngersheim
Flurstücksnummer: 165
Eintrag in die Denkmalliste: Giebelhaus mit Krüppelwalm, Obergeschoß verputztes Fachwerk, im Erdgeschoß profilierte Fensterumrahmungen, 17. Jahrhundert.; Tor und Pforte; Madonnenfigur, 19. Jahrhundert.


Begründung und Würdigung:
Das Anwesen besteht aus einem Wohnhaus mit rückwärtigem Stall, einer Scheune und kleineren Nebengebäuden. Im ersten Obergeschoss befinden sich Stuben mit Rahmenstuckprofilierung. Das Haupthaus diente in der Vergangenheit als Gastwirtschaft und Metzgerei aber auch zu Wohnzwecken. Seit 2002 stand das Anwesen leer. Im Jahr 2005 wurde eine denkmalpflegerische Voruntersuchung durchgeführt. Die neuen Eigentümer, Sylvia Peter und Michael Junginger, wollen das Haus künftig als Wohnung und Atelier nutzen. Mit der Sanierung des Anwesens gaben die Eigentümer eine Initialzündung zur Sanierung des Altortes von Thüngersheim.


Preisträger:
Sylvia Peter und Michael Junginger


Sie können weitere Fotos des Anwesens Obere Hauptstraße mittels Diashow ansehen:

DiashowDenkmalpreis 2006 Landkreis Würzburg

 


Stadt Aschaffenburg

Kellerkataster Dalbergstraße in Aschaffenburg

 

Objekt:
Kellerkataster, Dalbergstraße in Aschaffenburg
Flurstücksnummer: Erstreckt sich über zahlreiche Flurnummern
Eintrag in die Denkmalliste: Die heutige Dalbergstraße besaß ehemals verschiedene Bedeutungsbereiche und Benennungen. (…) Als Teil der von der Mainbrücke kommenden Fernstraße sowie als Marktstraße war sie Hauptstraße der Stadt. Fachwerkhäuser des 15.-18. Jahrhunderts prägen das Straßenbild (…).


Begründung und Würdigung:
Unter Federführung der städtischen Denkmalschutzbehörde haben im März 2005 Mitarbeiter und Studenten der FH Wiesbaden 33 einzelne Keller unter 21 Anwesen in der Dalbergstraße in Aschaffenburg vermessen und dokumentiert. Das Kellerkataster ermöglicht es, alle Keller im Zusammenhang zu betrachten. Auf dem Papier entstand ein Straßengrundriss unterhalb der Erde. Der Kataster ermöglicht es, dass die Bauherren bei künftigen Vorhaben vor Überraschungen im Untergrund sicher sind. Erhaltungsmaßnahmen und Sanierungsplanungen können frühzeitig auf die schwierigsten Bedingungen abgestimmt werden.


Preisträgerin:
Stadt Aschaffenburg
 


Stadt Schweinfurt

Innenhof des Ebracher Hofs


Objekt:
Ebracher Hof, Rittergasse 2 in Schweinfurt
Flurstücksnummer: 97
Eintrag in die Denkmalliste: Ehemaliger Ebracher Hof, Hofanlage mit Hauptbau von 1565/75, Ökonomiegebäude mit Staffelgiebel und Verbindungstrakt von 1698; vgl. Ensemble am Unteren Wall.


Begründung und Würdigung:
Im Jahr 1431 erwarb das Kloster Ebrach eine „behausung und hofreit“ von dem Schweinfurter Bürger Clausen Müller. Die Zehntscheune bildet den Mittelpunkt der späteren Hofanlage. Während der Säkularisation wurde der Ebracher Hof vom Königreich Bayern beschlagnahmt. 1804 übernahm ihn die Hospitalstiftung vom Königreich. Aus städtebaulicher Sicht gehört der Ebracher Hof neben dem Rathaus und dem Alten Gymnasium zu den wenigen noch repräsentativen Renaissancebauwerken der Stadt. 1998 beschloss der Stadtrat, dem Gebäude eine neue Nutzung zuzuführen: In der Zehntscheune wird die Stadtbücherei untergebracht, im Vorderhaus ein Restaurant und im Obergeschoss ein kleines Altstadthotel.


Preisträgerin:
Stadt Schweinfurt


Sie können weitere Fotos des Ebracher Hofs mittels Diashow ansehen:

DiashowDenkmalpreis 2006 Stadt Schweinfurt

 


Stadt Würzburg

Stadtmauer in Heidingsfeld; im Hintergrund der Stegenturm


Objekt:
Stegenturm der Stadtmauer Würzburg-Heidingsfeld
Flurstücksnummer: 265 Gem. Heidingsfeld
Eintrag in die Denkmalliste: Die Befestigung Heidingsfelds wurde nach der Stadterhebung durch Karl IV. 1368 begonnen, im 15. Jahrhundert vollendet und erfuhr Erneuerungen im 17. Jahrhundert Tore, Graben, Wall und Zwinger wurden im 19. und 20. Jahrhundert beseitigt.


Begründung und Würdigung:
Die Stadtmauer war ursprünglich 2210 Meter lang. Heute misst sie in einfachem Umfang 1690 Meter. Die fehlenden Meter entfielen auf die Ummauerung um den Stadtbach. In der Stadtmauer, die vorwiegend aus Muschelkalkstein besteht, befanden sich 14 Türme. Trotz vieler Beschädigungen über die Jahrhunderte hinweg, zuletzt durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, umschließt die Stadtmauer heute noch weitgehend den Kern von Heidingsfeld, das 1930 als „Städtle in der Stadt“ zu Würzburg hinzukam. Die Bürgerschaft Heidingsfeld setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt ihrer gotischen Stadtumwehrung ein. Restauriert wurden unter anderem zwei Wehrbrücken und der Salmannsturm. Weitere herausragende Teile der Stadtmauer, wie den Stegenturm, wird die Stadt mit Hilfe der engagierten Heidingsfelder Bürger restaurieren.


Preisträgerin:
Stadt Würzburg

drucken Drucken
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klaus Reder M.A.
Silcherstraße 5
97074 Würzburg
Tel: 0931 7959-1424
Fax: 0931 7959-2424