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„Fürs Sprachenlernen ist man nie zu jung“ (24. Oktober 2017)

Handpuppen im Französisch-Unterricht – 15 Jahre „Treffpunkt Frühfranzösisch“

 

Puppenspieler2017

Der Umgang mit einer Handpuppe ist am Anfang nicht immer ganz einfach, aber der Schweizer Puppenspieler Pierre Filliez (links) weiß, wie’s geht. (Foto: Pascale Fuchs)

 

Würzburg. (Eig.Ber.) Dass Handpuppen nicht nur bei Kindern Neugier und Faszination wecken, zeigte sich bei einem Workshop mit dem Schweizer Puppenspieler Pierre Filliez, zu dem das Partnerschaftsreferat des Bezirks vor kurzem Frühfranzösischlehrkräfte aus ganz Unterfranken eingeladen hatte. Mit Handpuppen lassen sich gerade mit Kindern authentische Sprechsituationen und Dialoge einüben. Anlass dieser Veranstaltung war das 15. Jubiläum des „Treffpunkt Frühfranzösisch“.

Doch der Umgang mit einer Handpuppe ist nicht so leicht, wie es scheint. Worauf unbedingt zu achten ist, machte der 1978 im Wallis geborene Pierre Filliez gleich zu Beginn deutlich: So sei es wichtig, sich mit der eigenen Puppe vertraut zu machen, damit sie wie ein lebendiges Wesen wirken kann. Man müsse „ihr Leben einhauchen“, sagte Filliez, der unter anderem an der renommierten Theaterschule Jacques Lecoq und am Pariser „Laboratory of Movement“ studiert hat: „Was ist sie für ein Typ? Welche Vorlieben, welche Geschichte, welche Biographie hat sie? Wie kann sie sich bewegen? Wie zeigt sie Freude, Wut, Überraschung? Wie spricht sie?“ Gut sei es, vor einem Spiegel oder anderen Personen zu üben, um Sicherheit zu gewinnen, empfahl Pierre Filliez. Aber vor allem brauche es Mut, sich und die Puppe auszuprobieren und mit kleinen Fehlern souverän umzugehen. Mit seiner eigenen Begeisterung zog der 39-Jährige, der heute in Berlin lebt, seine Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann.

Mucksmäuschenstille wurde es im großen Sitzungssaal immer dann, wenn Filliez Kostproben seines Könnens gab – etwa Auszüge aus seinem Theaterstück „ Die Nachtigall des Königs“. Er spielte beeindruckend und kurzweilig kleine Szenen mit verschiedenen Puppen. So präsentierten sich ein dicker Frosch, Esel „Oscar“, die Socke Madame la Chaussette, ein schüchternes Schäfchen, der Rabe Dédé – jede Puppe hat ihre Eigenart, ihren Charakter – und sie spricht mit den Kindern ausschließlich Französisch. So entstehen authentische Sprechsituationen und Dialoge, und die Kinder haben ihre Freude, mit der Puppe direkt in der Fremdsprache zu kommunizieren. Auszüge aus seinem Theaterstück.

Als weiterer Vertreter des Bezirkstagspräsidenten hatte Armin Grein die Veranstaltung eröffnet. Er verwies in seinem Grußwort darauf, dass wir "in einer Zeit lebenslangen Lernens" lebten. Da sei es mit der alten Weisheit nicht mehr so weit her, wonach Hans nimmermehr lernt, was Hänschen nicht gelernt hat. "Heutzutage muss auch Hans ständig dazulernen, um auf dem Laufenden zu bleiben", sagte Grein. "Aber wir wissen natürlich auch, dass uns das, was wir uns früh im Leben angeeignet haben, besonders lange und besonders gut im Gedächtnis haften bleibt." Vor allem gelte dies für fremde Sprachen. Das Partnerschaftsreferat des Bezirks unterstütze daher auf vielerlei Weise das Erlernen der Sprache der unterfränkischen Partnerregion – wie zum Beispiel mit der Förderung des Frühfranzösischen in Kindergarten und Grundschule. "Schließlich ist man für das Sprachenlernen nie zu jung!"

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