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Keine Spur von Trennungsschmerz (26. Januar 2021)

Bezirk Unterfranken und Stadt Würzburg teilen Eigentum an Museums-Exponaten auf

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Hoch oberhalb des Mains bei Würzburg befindet sich die Feste Marienberg. Früher war sie ein Wehrbau der Würzburger Fürstbischöfe, heute beherbergt der imposante Bau das Museum für Franken mit dem Fürstenbaumuseum. (Foto: M;auritz)

Würzburg. (mm) Scheiden tut gar nicht so weh, wie es gemeinhin immer heißt. Jedenfalls nicht, wenn man sein gemeinsames Eigentum so einvernehmlich trennt, wie es der Bezirk Unterfranken und die Stadt Würzburg jetzt mit ihren Ausstellungsstücken aus dem ehemaligen Mainfränkischen Museum gemacht haben. Beide Kommunen waren seit Januar 2003 in einem Zweckverband verbunden, dessen Aufgabe darin bestand, das Museum auf der Feste Marienberg zu betreiben. Nachdem im Januar 2017 der Freistaat Bayern die renommierte Einrichtung übernommen hat, wurde der Zweckverband Schritt für Schritt abgewickelt.

Den letzten Schritt dazu hat am Dienstag (26. Januar) der Kulturausschuss des Bezirks mit seinem Beschluss zur „erforderlichen Aufteilung und Übertragung des Eigentums am Sammlungsgut“ in die Wege geleitet. Knapp 800 verschiedene Gegenstände, die der Zweckverband Mainfränkisches Museum in den Jahren zwischen 2003 und 2017 aufkaufte oder geschenkt bekam, mussten dazu sorgfältig geschätzt, katalogisiert und inventarisiert werden. Darunter befanden sich Kupferstiche und Druckgrafiken im Wert von weniger als fünf Euro, Besteckteile für jeweils zehn Euro oder ein Stillleben des englischen Malers William Henry Hunt für 25 Euro, aber auch wertvolle Kunstwerke wie eine Sonnenuhr von Johann Leonhard Battert aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die ursprünglich im Schlossgarten Wiesentheid stand, oder eine Anna Selbdritt von Tilman Riemenschneider mit einem Schätzpreis von 250.000 Euro. Insgesamt galt es, Sammlungsgut mit einem Wert von 455.134 Euro aufzuteilen.

Von dem Konvolut gingen die Gegenstände aus dem Bereich der Volkskunde und dem, was Unterfranken zeigt, hier produziert wurde, aus unterfränkischen Orten oder aus unterfränkischen Sammlungen stammt oder mit Persönlichkeiten aus Unterfranken in Verbindung steht, in das Eigentum der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks über.

Für die Museumsbesucherinnen und Museumsbesucher ändert die Aufteilung der Ausstellungsstücke indes nichts. Stadt und Bezirk waren sich nämlich von Anfang an auch darüber einig, die Exponate als Leihgabe im Museum für Franken zu belassen. Nun müssen mit dem Freistaat Bayern nur noch entsprechende Leihverträge abgeschlossen werden.

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