Bitte stellen Sie Ihre Schriftgröße ein:              

Kontrastfunktion aktivieren:  

Lebensfreude, die die Menschen verbindet (22. Oktober 2021)

Die MIPpies erhalten den Inklusions-Preis in der Kategorie Kultur, Natur und Umwelt

Geballte Lebensfreude: Die MIPpies bei der Verleihung des Unterfränkischen Inklusionspreises und ihre prominenten Gäste (von links): Bezirksrätin Maria Hossmann, Landrätin Sabine Sitter, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und die stellvertretende Behindertenbeauftragte Christina Feiler. Ganz rechts im Bild Bürgermeister Dr. Mario Paul. (Foto: Mauritz)

Lohr am Main. (mm) Der alte Gassenhauer „Marmor, Stein und Eisen bricht...“ sorgt immer noch für heftigen Funkenflug zwischen Musikerinnen und Musikern und dem Publikum. So auch am vergangenen Freitag (22. Oktober) in der „Alten Turnhalle“ in Lohr am Main bei der Verleihung des unterfränkischen Inklusionspreises an die „MIPpies“, als die Zuhörerinnen und die Zuhörer spontan mitsangen. „Wer so viel Lebensfreude vermittelt, der hat sich zweifellos diesen Preis verdient“, betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel in seiner Laudatio.

Der Name MIPpies komme von „Musik-Inklusions-Projekt“, und dieser Begriff sei Programm, sagte Dotzel. „Menschen mit und ohne Handicap proben seit 2014 einmal pro Woche in der Sing- und Musikschule in Lohr.“ Zur Band gehörten Menschen aus den Wohngruppen der Lebenshilfe MSP in Lohr, Gemünden und Marktheidenfeld, Jugendliche und Erwachsene des Musikvereins Ruppertshütten und Schülerinnen und Schüler der Sing- und Musikschule Lohr.

Ihnen allen sei es von Anfang an um den Spaß am gemeinsamen Musizieren gegangen, so der Bezirkstagspräsident weiter. „Die MIPpies-Musikerinnen und Musiker wollen Inklusion leben und Berührungsängste abbauen. Und das ist ihnen wunderbar geglückt!“ Bei ihren rund fünfzehn gemeinsamen Auftritten pro Jahr und den wöchentlichen Proben stehe die Freude an der Musik im Vordergrund. Für die einen bringe die Musik ein wenig Abwechslung in den Alltag und verhelfe zu mehr Selbstwertgefühl, bei den anderen wachse die Toleranz und das Verständnis für die Mitmenschen. Vor allem aber verbinde sie ein gemeinsames Lebensgefühl: „Wir sind eins, wir sind gleichberechtigt, wir gehören zusammen!“

Landrätin Sabine Sitter (Main-Spessart) betonte an die Adresse der rund 25 Musikerinnen und Musiker, wie stolz sie auf die Leistung der MIPpies sei. Die Leiterin der Lohrer „Sing- und Musikschule“, Petra Beitenbach, sei „die weltbeste Musiklehrerin“, betonte Sitter.

Bürgermeister Dr. Mario Paul (Lohr am Main) nannte die MIPpies „den lebenden Beweis dafür, dass Musik verbindet“. Inklusion bedeute, gemeinsam etwas zu machen und sich zu respektieren, wie man sei. In diesem Sinne seien die MIPpies „ein leuchtendes Vorbild für alle!“

Die stellvertretende Behindertenbeauftragte des Bezirks, Christina Feiler, nannte Musik ein ideales Mittel, um den Gedanken der Inklusion zu verwirklichen: „Musik lieben wir alle, da ist jeder dabei“, sagte sie. Außerdem musiziere man am besten gemeinsam!

Zuvor hatte der frühere Leiter der „Sing- und Musikschule“, Peter Häring, geschildert, wie es zur Gründung der Inklusions-Band kam. Demnach sei die Idee dazu bereits Mitte der 1990er-Jahre entstanden, weil es unter „Menschen mit Handicap genauso viele Talente gebe wie anderswo“. So sei die Sache gewachsen, sagte Häring. Dann habe der Verband der Musikschulen das entsprechende Material zur Verfügung gestellt. Die Musiklehrerin Susanne Nickel habe damals zur Vorbereitung auf das MIPpies-Projekt an einem berufsbegleitenden Lehrgang teilgenommen. Es sei die „pure Lebensfreude mit Behinderten zu arbeiten“, stellte Häring klar. Die MIPpies interpretieren populäre Pop-Songs wie zum Beispiel den Beatles-Klassiker „Let it be“ oder Evergreens wie „Über sieben Brücken musst Du geh‘n“. Auftritte hatten sie schon in großen Festzelten, der MSP Expo in Lohr, der Landesgartenschau in Würzburg, im Kulturspeicher in Würzburg, beim Neujahrsempfang der Stadt Lohr oder beim Sozialempfang mit der früheren Landtagspräsidentin Barbara Stamm in Gemünden.

____________________
Mit dem Inklusions-Preis fördert der Bezirk Maßnahmen, Projekte oder Angebote in Unterfranken, die die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung im Alltag nachhaltig und konkret verbessern oder einen spürbaren Beitrag zu ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft leisten. Teilnehmen können alle in Unterfranken ansässigen Organisationen und Einrichtungen, Vereine, Hilfsorganisationen, Bildungseinrichtungen und ähnliche Institutionen sowie Firmen und Einzelpersonen. Eine große Rolle spielt dabei das bürgerschaftliche Engagement. Ausgelobt wird der Preis grundsätzlich in fünf Kategorien, nämlich in den Bereichen „Arbeit“, „Wohnen“, „Bildung und Erziehung“, „Kultur, Natur und Umwelt“ sowie „Freizeit und Sport“. In diesem Jahr gab es zudem einen Sonderpreis für „Inklusion im Sozialraum – Gemeinschaft leben“ als sechste Kategorie. Als Preisgeld erhält jeder Gewinner 2.500 Euro, insgesamt reicht der Bezirk also in diesem Jahr 15.000 Euro aus.

drucken Drucken
Ansprechpartner:
Dr. Markus Mauritz
Pressesprecher
Pressesprecher
Tel: 0931 7959-1617
Fax: 0931 7959-2617

Zimmernummer: O 60