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Bezirk schaltet um auf 100 Prozent Öko-Strom (21. Juli 2022)

Europaweite Ausschreibung – Bisherige Lieferverträge laufen zum Jahresende aus

Aus den Steckdosen in den Häusern des Bezirks kommt künftig ausschließlich Öko-Strom. (Foto: Hiller)

Würzburg. (mm) Der Bezirk Unterfranken wird in seinen Einrichtungen ab dem kommenden Jahr ausschließlich Öko-Strom verwenden. Das hat der Bezirkstag von Unterfranken auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Donnerstag (21. Juli) einstimmig beschlossen. Hintergrund dieser Entscheidung ist das Auslaufen der bisherigen Stromlieferverträge zum 31. Dezember. Die Bezirksrätinnen und Bezirksräte sahen darin eine günstige Gelegenheit, vom so genannten Graustrom, der keiner bestimmten Form der Stromerzeugung zugeordnet werden kann, auf Elektrizität aus erneuerbarer Energiegewinnung umzuschalten.

Insgesamt haben der Bezirk Unterfranken und seine Krankenhäuser, Heime und anderen Einrichtungen im vergangenen Jahr fast zehn Millionen Kilowattstunden verbraucht, wie Jochen Ott vom Zentraleinkauf des Bezirks sagte. Dafür seien 2,11 Millionen Euro Kosten angefallen. Aufgrund dieses Volumens werde eine europaweite Ausschreibung notwendig, so Ott.

Wie er den Bezirkstags-Mitgliedern weiter vorrechnete, lägen nach jetzigem Stand die Kosten für Öko-Strom bei einem fünfjährigen Festpreisvertrag deutlich unter dem finanziellen Aufwand für andere Anbieter. „Das Einsparpotential beträgt im Vergleich zum Graustrom 797.062 Euro, im Vergleich zu anderen Öko-Strom-Verträgen 972.888,50 Euro“, sagte Jochen Ott.

Barbara Imhof (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte im Namen ihrer Fraktion diese „Zukunftsentscheidung“. Der Bezirk habe verstanden, wie wichtig die Energiewende sei. „Wir wollen den Umstieg jetzt, nicht erst in ein paar Jahren“, betonte sie. Karin Renner (CSU) sagte, die vorangegangenen Diskussionen hätten sich gelohnt. Es sei wichtig, die Verwendung alternativer Energien voranzutreiben. Bernd Ruß (SPD) äußerte sich zufrieden darüber, dass nun alle für den Umstieg auf Öko-Strom seien. Thomas Zöller (Freie Wähler) stellte fest, dass der Bezirk „auf dem richtigen Weg“ sei.

Alfred Schmitt (AfD) hielt die Entscheidung zwar aus wirtschaftlichen Gründen für sinnvoll, vertrat aber die Auffassung, dass es keine volatile Energiegewinnung geben könne: „Wer etwas anderes behauptet, hat von Physik keine Ahnung“, sagte er.

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