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Klinik-Landschaft vor gewaltigen Umbrüchen (18. Januar 2024)

Gesundheitsministerin Judith Gerlach informiert sich im König-Ludwig-Haus

Die Digitalisierung ist auch im Krankenhausbetrieb unverzichtbar, wie Silke Hölzel (ganz links) am Beispiel der Patientenaufnahme im König-Ludwig-Haus demonstriert. Das Foto zeigt von links: Klinikdirektor Karsten Eck, Gesundheitsministerin Judith Gerlach, Bezirkstagspräsident Stefan Funk und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Maximilian Rudert. (Foto: Mauritz)

Würzburg. (mm) Die Krankenhaus-Landschaft steht vor gewaltigen Umbrüchen. Dies wurde bei einem Informationsbesuch von Gesundheitsministerin Judith Gerlach am Donnerstag (18. Januar) in der orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg deutlich. Vor allem um die medizinische Versorgung auf dem Land macht sich Bezirkstagspräsident Stefan Funk Sorgen. „Extrem wichtige Strukturen könnten unwiederbringlich verloren gehen“, sagte er im Gespräch mit der Ministerin.

Das Problem seien die Betriebskosten, betonte Gerlach, und für die sei der Bund zuständig. Daher habe der Bundesrat im vergangenen November unter anderem auf Antrag Bayerns gefordert, den Krankenhäusern fünf Milliarden Euro zusätzliche Hilfen zur Verfügung zu stellen. Zugleich verwies die Ländervertretung den Entwurf zum Krankenhaustransparenzgesetz in den Vermittlungsausschuss. Dadurch wollten die Länder verhindern, dass das Bundesgesundheitsministerium in ihre krankenhausplanerische Hoheit eingreife.

Wie Gerlach weiter betonte, sei der Freistaat für die Investitionskosten im Krankenhausbereich zuständig, „und dafür wird auskömmlich Geld bereit sein“, versicherte die Gesundheitsministerin. Stefan Funk hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Krankenhäuser des Bezirks mit Blick auf anstehende Investitionen nicht länger wirtschaftlich geführt werden könnten. Der Bezirk sei in der Bredouille, denn die Orthopädie gehöre im Gegensatz zur Psychiatrie nicht zu den Pflichtaufgaben der bayerischen Bezirke. „Das heißt, es besteht keine gesetzliche, aber eine moralische Verpflichtung, das König-Ludwig-Haus zu erhalten“, sagte Funk.

Zuvor hatten der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Maximilian Rudert und Klinikdirektor Karsten Eck das König-Ludwig-Haus kurz vorgestellt, laut Rudert die älteste und zugleich eine der größten Orthopädien Deutschlands. Mit dem Haus verbunden sei der Lehrstuhl für Orthopädie der Uni Würzburg. Die Klinik diene somit der Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte. In den fünf OP-Sälen würden jährlich insgesamt 24.000 Patientinnen und Patienten behandelt – zirka 4.000 von ihnen stationär und rund 20.000 ambulant. Vom US-Nachrichtenmagazin Newsweek sei das König-Ludwig-Haus bereits wiederholt als eines der „World’s Best Specialized Hospitals“ ausgezeichnet worden. „Damit befinden wir uns bundesweit auf Platz vier, direkt hinter der Charité in Berlin, der Helios ENDO-Klinik Hamburg und der BG-Unfallklinik Berlin“, betonte Rudert.

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Ansprechpartner:
Dr. Markus Mauritz
Pressesprecher
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