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„Ein Edelstein des Bezirk Unterfranken“ (24. Januar 2014)


Generalsanierung des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck abgeschlossen


WerneckEinweihung2014

Feierten in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste den Abschluss der Generalsanierung von Schloss Werneck (von links): Ärztlicher Direktor Prof. Christian Hendrich, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel. (Foto: Mauritz)


Werneck. (mm) Nach insgesamt zwölf Jahren Bauzeit ist jetzt die Generalsanierung von Schloss Werneck mit einem feierlichen Festakt abgeschlossen worden. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel rühmte den von 1733 bis 1745 erbauten Balthasar-Neumann-Bau als einen „der Edelsteine des Bezirk Unterfranken“. Eine hochmoderne Klinik in einer denkmalgeschützten Schlossanlage sei „wirklich keine Selbstverständlichkeit“, betonte Dotzel.

In seiner Begrüßungsansprache blickte der Bezirkstagspräsident zurück ins Jahr 1996, als die damalige Klinikleitung den Einbau von Nasszellen plante. „Dies war im Grunde genommen die Geburtsstunde der Generalsanierung, deren Abschluss wir heute feiern.“ Ab 2001 habe man dann in insgesamt vier Bauabschnitten das Schloss auf den heutigen Stand gebracht. Der erste Bauabschnitt von 2001 bis 2003 habe den Einbau von zwei Pflegestationen im D-Bau Süd, der zweite von 2004 bis 2007 den Neubau des Operationstraktes und den Umbau D-Bau Nord zur Notfallambulanz, Röntgenabteilung und Intensivpflege umfasst, die dritte und vierte Phase von 2009 bis 2011 beziehungsweise von 2011 bis zum 31. Dezember 2013 die Sanierung und den Umbau des kompletten Hauptschlosses, sagte Dotzel.

Insgesamt habe die Generalsanierung mehr als 35 Millionen Euro gekostet. Mit weit mehr als 28 Millionen Euro habe der Freistaat Bayern die einzelnen Maßnahmen insgesamt gefördert. In diesem Zusammenhang dankte der Bezirkstagspräsident auch der Regierung von Unterfranken. Namentlich danke er Rainer Klingert, „der heute als Geschäftsleiter der Krankenhäuser und Heime des Bezirk Unterfranken für alle Häuser des Bezirks Verantwortung trägt und zu Beginn der Sanierung als Krankenhausdirektor von Schloss Werneck von Anfang an zu den Vätern der Generalsanierung gehörte“, sagte Dotzel. Ferner dankte der Bezirkstagspräsident Kurt Schäfer und Gerd Ernst von der Bezirkshauptverwaltung sowie dem Baureferenten Ottmar Zipperich. „Last but not least gilt mein Dank Professor Christian Hendrich, dem heutigen Ärztlichen Direktor und – wenn ich so sagen darf – organisatorischen Motor des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck“, betonte Dotzel

Gesundheitsministerin Melanie Huml erinnerte daran, dass sie als Medizin-Studentin eine Woche als Praktikantin im Orthopädischen Krankenhaus zugebracht habe. Gern sei sie jetzt als zuständige Ministerin „ins schönste Krankenhaus Bayerns gekommen“, sagte sie. In Schloss Werneck sei der „für Bayern so typische Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne“ „bravourös gelungen“, so Melanie Huml. Mit Blick auf die abgeschlossene Generalsanierung sprach sie von einem „Gesamtkunstwerk, das medizinische Notwendigkeiten und moderne Gestaltungsansprüche in Harmonie mit dem historischen Ensemble vereint“.

Innen-Staatssekretär Gerhard Eck sprach im Zusammenhang mit der Orthopädie in Schloss Werneck von einer „Erfolgsstory“. Besonders betonte er, dass diese Investitionen Geld in die ländlichen Räume brächten. Für eine so gelungene Sanierung seien sowohl Leidenschaft als auch handwerkliches Geschick von Nöten. „Wir sind stolz auf dieses Haus“, sagte Eck, und an die Adresse Prof. Hendrichs: „Sie und dieses Gebäude sind ein Glücksfall für diese Region!“

Der so Gelobte verwies auf die Erfolge der Wernecker Klinik in jüngster Zeit. So seien die Infektionsraten „exzellent niedrig“. Bei der Endoprothetik zähle Schloss Werneck zu den TOP-10-Kliniken in Deutschland. Einen wichtigen Grund für die enorme Steigerung der Patientenzahlen, zu denen auch zahlreiche Profi-Sportler zählen, sah Hendrich in dem Ambiente, das Schloss Werneck zu bieten habe. „Wir sind zukunftsfähig aufgestellt“, sagte Hendrich.

Thomas Ziegler, Architekt der ersten Sanierungs-Stunde, gab in seinem mit viel Verve vorgetragenen Referat einen fundierten Überblick über die wechselvolle Geschichte des Schlosses, deren Bau mit Einweihung der Kirche am 29. August 1745 vorläufig abgeschlossen war. Bis zur Säkularisation nutzten die Würzburger Fürstbischöfe den Prachtbau als Sommerresidenz. Nach dem Intermezzo des Großherzogs Ferdinand von Toskana kam Würzburg 1814 endgültig zum Königreich Bayern. Um das Schloss, das nun allmählich verwahrloste, wurde es ruhig. 1853 kaufte der Kreis Unterfranken das Gebäude, um es zu einer – wie es damals hieß – „Irrenanstalt“ umzubauen. 1940 lösten die NS-Machthaber die damalige „Heil- und Pflegeanstalt“ auf. Vorübergehend diente das Schloss als Umsiedlungslager, dann als Unteroffiziersschule der Luftwaffe und zum Kriegsende als Lazarett. 1952 eröffnete der Bezirk Unterfranken ein Orthopädisches Krankenhaus, nachdem der Bau bereits einige Jahre als Versehrtenkrankenhaus gedient hatte. Mehrmals wurde das Schloss dann für den jeweils aktuellen Krankenhausbetrieb umgebaut, bis schließlich 1996 die Planungen zu einer grundlegenden Neuordnung des Orthopädischen Krankenhauses in Angriff genommen wurden.
 

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