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Das i-Tüpfelchen zum Jubiläums-Jahr (21. März 2014)


200 Jahre Unterfranken in Bayern – Bezirk Unterfranken gibt historischen Atlas heraus


Festakt200Jahre2014

Jeweils ein druckfrisches Exemplar des historischen Atlanten „Unterfranken in Bayern 1814-2014“ überreichten Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer an Ministerpräsident Horst Seehofer und an Landtagspräsidentin Barbara Stamm. (Foto: Mauritz)


Würzburg. (mm) Als das i-Tüpfelchen der Festveranstaltung „200 Jahre Unterfranken in Bayern“ am vergangenen Freitag (21. März) in der Würzburger Neubaukirche hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel den zu diesem Jubiläumsjahr erschienen historischen Atlas bezeichnet. Für den Bezirk sei es schon immer ein großes Anliegen gewesen, das Wissen der breiten Öffentlichkeit für historische und kulturelle Zusammenhänge zu schärfen, betonte Dotzel. „Anschaulich und übersichtlich werden in diesem repräsentativen Kartenwerk die historischen Prozesse dargestellt, mit denen Unterfranken vor 200 Jahren zu Bayern kam und sich seither zu einer herausragenden und bedeutenden Region im Freistaat entwickelt hat.“

Zuvor hatte Ministerpräsident Horst Seehofer Unterfranken als „das Juwel“ bezeichnet, „das das bayerische Königreich gekrönt“ habe. Es sei ein Glück, in Bayern zu leben und in Unterfranken daheim zu sein, sagte der bayerische Regierungschef unter dem Applaus der rund 450 geladenen Festgäste. Das Jahr 1814, in dem Unterfranken zu Bayern kam, bezeichnete Seehofer als eine „große Stunde“ und einen „Glücksfall der bayerischen Geschichte“.

„Nie war es um Unterfranken besser bestellt als heute“, resümierte der Ministerpräsident die historische Entwicklung zur Gegenwart, ohne dabei die vielfältigen aktuellen Herausforderungen – auch mit Blick auf die Weltpolitik – außer Acht zu lassen. Unter anderem verwies er in diesem Zusammenhang auf die angespannte politische Lage in der Ukraine und die Bedeutung eines Freihandelsabkommens mit den USA. Wichtige Themen waren ihm zudem der Umgang mit der digitalen Revolution, der demographische Wandel und die Integration der Zuwanderer aus anderen Teilen der Welt. Vehement plädierte der bayerische Regierungschef für eine „Verantwortungs-Kultur“, wie sie sich aus der Rückbesinnung auf die Werte der sozialen Marktwirtschaft und den Schutz der natürlichen Ressourcen ergebe.

Den Festvortrag hatte Prof. Dirk Götschmann übernommen, der seine Betrachtungen über „zwei Jahrhunderte gesellschaftlichen Wandels und wirtschaftlichen Fortschritts“ mit der Feststellung begann: der Erfolg des neuen Staates war keinesfalls vorgezeichnet! Schließlich sei mit der Angliederung Unterfrankens „zusammengewachsen, was bis dahin nie zusammengehört hatte“. Dass der Start dennoch zum Erfolg wurde, sei nicht zuletzt das Verdienst des bayerischen Staatsreformers und Aufklärers Max von Montgelas gewesen. Die anfängliche Begeisterung wich allerdings etliche Jahre später einer deutlichen Ernüchterung als die Bürger immer mehr unter einer steigenden Staatsverschuldung und einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Flaute litten. Darauf führte der emeritierte Historiker auch den deutlichen Widerhall zurück, den die bürgerliche Revolution von 1848 gerade in Unterfranken fand. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung hin zur Industriegesellschaft besserten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse spürbar. Nun mutierte das Königreich allerdings zum Nationalstaat. Der schon damals einsetzende Prozess der Globalisierung mit seinen bis dahin ungeahnten wirtschaftlichen Möglichkeiten kam mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs jäh zum Erliegen. Nach dem zweiten Weltkrieg erkannten die Menschen, dass der Weg, den sie mit einer gottlosen Diktatur beschritten hatten, falsch war. Vor diesem Hintergrund begann überall in Bayern der Wiederaufbau. Heute wüssten die Unterfranken, was sie an Bayern haben, das „längst ihre politische Heimat geworden ist“, stellte Götschmann fest.

Eröffnet hatte den Festakt Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer. Er erinnerte an die 200-Jahr-Feier anlässlich der Erhebung Bayerns zum Königreich unter dem Motto „Vom neuen zum modernen Bayern“. Dass ebenfalls im Jahr 2006 die Landesausstellung „200 Jahre Franken in Bayern“ in Nürnberg stattfand, sei „aus unterfränkischer Sicht etwas zu früh angesetzt“ gewesen, sagte Beinhofer mit Blick darauf, dass sich für Unterfranken der Zusammenschluss mit Bayern erst im Jahr 1814 auf Dauer ergab. Beinhofer: „Letztlich wurde –und dies kann man durchaus mit einem bestimmten Selbstbewusstsein sagen – der neue, moderne bayerische Staat erst durch das Hinzukommen des heutigen Unterfrankens geografisch, wirtschaftlich und politisch vervollständigt um nicht zu sagen vollendet!“
 

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