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Steilvorlage aus Elmau (9. Juni 2015)


Bezirkstag von Unterfranken erörtert auf Symposium Klimaschutz und CO2-Reduzierung


SymposiumEnergie2015

Aufmerksame Zuhörer beim Energie-Symposium (erste Reihe von rechts): Baureferent Ottmar Zipperich, Geschäftsleiter Krankenhäuser und Heime Rainer Klingert, Direktor der Bezirksverwaltung Jochen Lange, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Dr. Olaf Münster von der Regierung von Unterfranken und Dipl. Ing. FH Arno Rosel. (Foto: Mauritz)
 

Würzburg. (mm) Natürlich war es reiner Zufall, dass genau einen Tag vor dem Energie-Symposium des Bezirkstags von Unterfranken der G7-Gipfel in den oberbayerischen Bergen ein verbindliches Zwei-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung beschlossen hatte. Für Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel bot die Entscheidung der wichtigsten Staats- und Regierungschefs dennoch eine Steilvorlage: „Was man in Elmau als Zukunftsziel ausgegeben hat, das haben wir in Unterfranken schon in Angriff genommen“, sagte er in seiner Begrüßung.

Das Zahlenmaterial, um diese Behauptung zu belegen, lieferte der Geschäftsleiter der Krankenhäuser und Heime, Rainer Klingert, mit seinem Ressourcenbericht für das Jahr 2014. So sei zum Beispiel der Anteil regenerativer Energien bei den Krankenhäusern und Heimen des Bezirks seit 2013 von 28 auf 30 Prozent geklettert. Die bisherigen Erfolge bezeichnete Klingert als „wichtige Meilensteine, aber nicht als das Ende des Weges“.

Besonders unterstrich der Geschäftsleiter, dass der Wärmeverbrauch aller Bezirkseinrichtungen seit 2013 um 11,2 Prozent gesunken sei. Dabei betonte er die Bedeutung der regenerativen Energie für die Bezirkseinrichtungen. In Lohr zum Beispiel decke die dortige Hackschnitzelanlage rund 52 Prozent des Wärmebedarfs. In Werneck stammten 13 Prozent der Heizenergie aus einer externen Biogasanlage. In Römershag kommen sogar rund 60 Prozent der benötigten Wärme aus einer Holzpellets-Heizung. Und das derzeit in Bau befindliche Zentrum für seelische Gesundheit werde nach den Regeln der energiesparenden Gebäudeplanung errichtet. „Künftig werden das König-Ludwig-Haus, das Zentrum für seelische Gesundheit sowie die Bezirksverwaltung aus einer Heizzentrale versorgt“, betonte Klingert.

Auch der Stromverbrauch sei im Vergleichszeitraum insgesamt gesunken – „um 0,2 Prozent“, wie Klingert sagte. Allerdings fielen in der Statistik einige Ausreißer auf, darunter ausgerechnet die Klinik am Greinberg, die wegen ihres vorbildlichen Ressourcenschutzes 2013 als „Green Hospital“ ausgezeichnet worden war. „Der relativ hohe Wert des spezifischen Stromverbrauchs resultiert aus der Besonderheit der in der Klinik behandelten Kinder und Jugendlichen“, erläuterte Klingert. Denn die schweren Erkrankungen der Patienten machten es erforderlich, relativ viel Raum und Personal für relativ wenig Planbetten vorzuhalten.

Ein eher uneinheitliches Bild zeigt der Ressourcenbericht beim Wasserverbrauch. Während er im Vergleichszeitraum an den Standorten Würzburg, Werneck, Römershag und Münnerstadt abnahm, legte er in Lohr, Aschaffenburg und Schweinfurt leicht zu. Darin drücke sich „eine unmittelbare Korrelation von Belegung respektive Fallzahlen“ aus, sagte Klingert. So stehe beispielsweise der Wasserverbrauch in den Lohrer Bezirkseinrichtungen in Zusammenhang mit der nach wie vor hohen Belegung der Betten, vor allem im BKH, während etwa in Münnerstadt, Römershag und der Greinberg-Klinik bei weitgehend stabiler Belegung vor allem nur die üblichen betriebsbedingten Schwankungen zum Tragen gekommen seien.

Die technischen Raffinessen stellte Baureferent Ottmar Zipperich in seinem Einführungsreferat dar. Rund 14,8 Millionen Euro habe der Bezirk seit 2009 in energetische Maßnahmen investiert. Als Beispiele des „grünen Bezirks-Kurses“ nannte er die Gebäudeleittechnik (GLT), mit der in Werneck die Hackschnitzel- und die Biogasanlage optimiert würden, oder die Sanierung von Fenstern, Fassaden und Dächern im Thoraxzentrum in Münnerstadt oder den Ausbau des Nahwärmenetzes und die Errichtung einer Photovoltaikanlage in Lohr. Die dortige Hackschnitzelanlage habe allein 2013 fast fünf Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme erzeugt und damit den CO2-Ausstoß um rund 1.047 Tonnen verringert, sagte Zipperich.

Der diesjährige Bauhaushalt sehe unter anderem im BKH Lohr die energetische Sanierung des Daches von Haus 39 und die Errichtung einer Photovoltaikanlage zum Eigenstromverbrauch, in Schloss Werneck die energetische Ertüchtigung der Krankenpflegeschule und neue Heizkessel und Brennwertgeräte in den Häusern 60 und 62 und im König-Ludwig-Haus in Würzburg den Einbau eines Blockheizkraftwerks und den Bau einer Photovoltaikanlage zum Eigenstromverbrauch vor. Unabhängig davon würden alle großen Baumaßnahmen gemäß dem aktuellen energetischen Standard durchgeführt, betonte der Baureferent.
 

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