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19488_kulturarbeit

Förderpreis Jahr 2017


Förderpreis der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken
zur Erhaltung historischer Bausubstanz 2017

 


Landkreis Aschaffenburg

 

Aschaffenburg_P32-Westen-Neuzustand


Objekt:
Rathaus, Schulberg 6, Krombach
Flurstücksnummer:                            879
Eintrag in die Denkmalliste:               Ehem. Schulhaus, heute Gemeindekanzlei, Halbwalmdachbau mit Fachwerkobergeschoß, 19.Jh.


Begründung und Würdigung:

1874 als Schulhaus mit Lehrerwohnung errichtet, diente das Gebäude in seiner wechselvollen Geschichte unter anderem als Mietshaus, Arztpraxis und Kindergarten. Heute wird es als Rathaus, Bücherei und historisches Archiv der Gemeinde genutzt. In exponierter Lage ist es zusammen mit Vereinsheim, Pfarrhaus und Kirche Bestandteil des Kirchberg-Ensembles, welches den Ortsmittelpunkt von Krombach bildet.                                                            

Das Gebäude wurde 1989 erstmals saniert, 2011 erfolgten die energetische Verbesserung und die Innensanierung sowie die Ertüchtigung des Brandschutzes und der Standsicherheit. Außenwände, Dach und Außenanlage waren Bestandteil der letzten Sanierung von 2014/15.

Neben dem Erhalt des Einzelbaudenkmals wird die städtebauliche Situation des Kirchbergensembles deutlich aufgewertet und ein Gesamtbild erhalten, das für den Landkreis Vorbildcharakter hat. Mit der Preisverleihung wird das nachhaltige Bemühen und das weitreichende finanzielle Engagement der Gemeinde Krombach zur Erhaltung der historischen Bausubstanz angemessen gewürdigt.

 

Preisträgerin:                                  
Gemeinde Krombach


 

Landkreis Bad Kissingen

BadKissingen_Fassade-vorher

BadKissingen_Fassade-nachher_neu

 

Objekt:
Gasthof "Fränkischer Hof", Veit-Stoß-Str. 7 in Münnerstadt
Flurstücksnummer: 41/1
Eintrag in die Denkmalliste: Ehem. Posthalterei, jetzt Gasthof Fränkischer Hof, zweigeschossiger, verputzter Mansarddachbau mit reicher Fassadengliederung, um 1740, 1854 südlich erweitert.


Begründung und Würdigung:

Das Anwesen liegt auf der Ostseite des Marktplatzes an prominenter Stelle. Während im Erdgeschoss moderne Überarbeitungen vorherrschen, sind die Gästezimmer des ersten Stockwerks weitgehend im Zustand des 19. Jahrhunderts erhalten: mit historischen Böden, Raumschalen mit Rundkehle, sowie Türen mit Kastenschlössern und Oberlichtern. Das Mansardgeschoss besticht durch Türen des 18. Jahrhunderts mit aufwändigen Beschlägen.

Von denkmalpflegerischer Bedeutung sind zum einen die repräsentative Gestaltung der Fassade zum Marktplatz hin, zum anderen die historischen Elemente in den oberen Geschossen.

Der "Fränkische Hof" wurde 2009 von den jetzigen Eigentümern erworben und mit dem Ziel generalsaniert, im Erdgeschoss eine attraktive gastronomische Nutzung zu bewahren und in den Obergeschossen denkmalgerechte Stadtwohnungen mit weitgehend barrierefreier Erreichbarkeit anzubieten.

Damit ist es gelungen, einen drohenden Dauerleerstand in der Kernstadt wieder mit Leben zu füllen.


Preisträger:
Dr. Gertrud und Martin Kuchler


Landkreis Kitzingen

 

Kitzingen_Außenfassade nach SW

 

Kitzingen_EGvor RenovierungKitzingen_renovierter Raum EG


Objekt:
Ehemaliges Kastenamt der Markgrafen in Ansbach, Scheuerleinsplatz 4, Mainbernheim
Flurstücksnummer: 165
Eintrag in die Denkmalliste: Ehem. Ansbachisches Kasten- und Richteramt, zweigeschossiger Walmdachbau mit Putzgliederung, profilierte und geohrte Fenster- und Türrahmen, im frühen 18. Jh. barock überformt, im Kern älter; historisches Hofpflaster, an der Traufseite fünf Radabweiser, zwei davon für Wasserabfluss durchbohrt.


Begründung und Würdigung:

Die Architektursprache des Gebäudes ist diejenige des reduzierten Barocks der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Es verfügt über eine barocke Ausstattung von hoher Qualität mit adäquaten Ergänzungen aus dem 19. Jahrhundert. Dazu gehören hochwertige Elemente der historischen Wohnkultur wie Wandschränke, ein Schlafkabinett und gusseiserne Öfen.

Das Ehepaar Rauschenbach/Gottschalk hat ganz bewusst das bedeutende, zuletzt leer stehende Denkmal erworben, um es als privates Wohnhaus zu nutzen. Die beiden erarbeiteten ein sensibles Sanierungskonzept für das marode Anwesen. Sie verzichteten dabei auf jegliche Veränderungen am historischen Grundriss. Zudem erfolgten lediglich minimale und intelligente low-tech-Eingriffe, insbesondere, um eine Temperierung des Denkmals zu ermöglichen.

Der Bauherr übernahm die Erstellung von Befunduntersuchungen und die Sicherung der historischen Putze und Malschichten in Eigenleistung, da er als Restaurator im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim arbeitet.


Preisträger:
Ute Rauschenbach und Dieter Gottschalk


Landkreis Main-Spessart 

 

MainSpessart_vorher

MainSpessart_nachher

 


Objekt:
Langgasse 19, Karlstadt
Flurstücksnummer: 162
Eintrag in die Denkmalliste: Wohnhaus, Halbwalmdachbau mit verputztem Fachwerkobergeschoss, 17. Jh.; Rückgebäude, zweigeschossig mit Satteldach und Fachwerkobergeschoss, 1549 (d).


Begründung und Würdigung:

Das Anwesen besteht aus einem jüngeren Vorder- und einem wesentlich älteren Rückgebäude, das freiliegendes Fachwerk und Fassungsreste zeigt. Beide wurden jahrhundertelang von Weinhändlern und Büttnern bewohnt. Daran erinnert ein großer Weinkeller mit verschiedenen Gewölbestrukturen.

Es handelt sich um einen lange Zeit leer stehenden Bau in der Ortsmitte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche St. Andreas. Hier entstanden acht Wohnungen im Erd-, Ober- und Dachgeschoß des Wohngebäudes.

Die Raumeinteilung ist in allen Geschossen dem historischen Bestand angepasst, das stark geschädigte Tragwerk wurde handwerksmäßig repariert. Sämtliche im Befundbericht des Restaurators erwähnten historischen Bauteile aus der Entstehungszeit des Gebäudes blieben erhalten.

Mit dieser Maßnahme wird einmal mehr verdeutlicht, dass mit der Erhaltung und Sanierung alter Gebäude Wohnen und Leben im Altstadtkern auf hohem Niveau möglich ist. Der Bauherr hat hierdurch einen großen Beitrag zur Altortsanierung in Karlstadt geleistet.


Preisträger:
Rainer Naebers


Landkreis Würzburg

 

Würzburg_Schloss_Uettingen


Objekt:
Sommerschloss Uettingen, Schloss 1 in Uettingen
Flurstücksnummer: 1
Eintrag in die Denkmalliste: Ehem. Sommerresidenz der Freiherren Wolffskeel von Reichenberg, zweieinhalbgeschossiger, spätklassizistischer Massivbau mit Satteldach, nach Plänen von Berhard Morell, 1818, mit nördlichem Anbau von 1920; zugehöriger Wirtschaftshof mit Wohngebäude und unterschiedlichen Ökonomiegebäuden, 19. Jh.


Begründung und Würdigung:

Das Schloss zu Uettingen diente als Sommerresidenz der Freiherren Wolffskeel von Reichenberg. Im Stil des Spätklassizismus wurde es vom Zimmermeister Stephan Fiederling nach Plänen des königlichen Landbauinspektors Bernhard Morell errichtet. Die bauzeitliche Raumstruktur mit ihrer klaren Gliederung ist umfangreich erhalten. Bedeutsam ist das Dachtragwerk: Mit dem so genannten Bohlenlamellendach haben wir ein in Bayern seltenes Meisterstück der Ingenieurskunst vor uns.

Die Anlage gilt als überregional bedeutsames Beispiel eines modernen Adelssitzes des Klassizismus. Eine Besonderheit des auch heute noch von der Eigentümerfamilie bewohnten Schlosses ist, dass einige Räume, vor allem im Obergeschoss, sowohl der politischen Gemeinde als auch der Kirchgemeinde für Repräsentationszwecke zur Verfügung gestellt werden.

Aufgrund von aufsteigender Feuchtigkeit und Schäden an der Infrastruktur und undichten Fenstern wurde ab 2002 ein Sanierungskonzept entwickelt und umgesetzt, womit das Schloss zu Uettingen, ein Schmuckstück der Region, für die kommenden Jahrzehnte gesichert ist.



Preisträger:
Luitpold Graf Wolffskeel von Reichenberg


 


Stadt Schweinfurt

StadtSchweinfurt_alt

StadtSchweinfurt_neu

 

 


Objekt:
Hofanlage Oberndorf, Hauptstraße 40 in Schweinfurt
Flurstücksnummer: 44/1
Eintrag in die Denkmalliste: Hofanlage, Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Halbwalmdachbau, wohl spätes 18. Jh.; ehem. Wirtschaftsgebäude, zweigeschossiger verputzter Halbwalmdachbau mit auskragendem Oberstock und rückwärtig offener Ständerkonstruktion im Erdgeschoss, gleichzeitig.

Begründung und Würdigung:

Oberndorf war ursprünglich von der Landwirtschaft geprägt. Davon zeugt auch die stattliche Hofanlage Hauptstraße 40.

Nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung wurde Anfang der 1960er Jahre der gesamte hintere Bereich des Anwesens veräußert. Scheune und Stallgebäude wurden abgetragen und dort eine Werkstätte errichtet.

Um das Baudenkmal vor dem Untergang zu retten, kaufte die Stadt im Rahmen der Altortsanierung das Anwesen. Nach einer aufwändigen Außensanierung erwarben die Eheleute Jennifer und Andreas Balmer das Denkmal. Mit großem Einsatz und viel Eigenleistung sanierten und modernisierten sie das ehemalige Bauernhaus und gestalteten es liebevoll und detailgerecht zu einem großzügigen Einfamilienhaus um.

Der Eingangsbereich mit der aufwändig restaurierten Haustüre lädt in die stattliche Diele mit der bauzeitlichen Balustertreppe ein. Von hier aus gelangt man im Erdgeschoss in Wohnraum und Küche, im Obergeschoß in die Schlafräume und das Bad.

Der Umbau des lange leer stehenden Gebäudes ist äußerst gelungen.


Preisträger:
Jennifer und Andreas Balmer

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Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klaus Reder M.A.
Silcherstraße 5
97074 Würzburg
Tel: 0931 7959-1424
Fax: 0931 7959-2424